Humankapital im 21. Jahrhundert: Eine gesamtwirtschaftliche Perspektive unter Einbeziehung mehrdimensionaler Maße
Statistik und Ökonometrie
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Spätestens seit der Humankapitalrevolution in der Ökonomik in den 1960ern wird Humankapital als ein Schlüsselfaktor in der Produktion betrachtet. Dieses Forschungsvorhaben zeichnet sich durch eine neue Perspektive auf die Rolle des Humankapitals in den gesamtwirtschaftlichen Vorgängen aus. Die traditionelle Sicht betont die sich ergebenden Produktivitätssteigerungen bei spezifischen Tätigkeiten im Produktionsprozess eines Unternehmens. Darüber hinaus ergibt sich jedoch ein weiterer Nutzen aus den verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten, die diese Fähigkeiten eröffnen. Der Kerngedanke ist, dass es nicht ausreichend ist produktiv bei den Arbeitsschritten in einem Unternehmen zu sein. Auch ist entscheiden in geeigneten Berufen bei tauglichen Unternehmen tätig zu sein. In der Tat betonen neuere Studien, dass die (Um-)Verteilung der Produktionsmittel zwischen den Unternehmen eine entscheidende Determinante der gesamtwirtschaftlichen Produktivität ist. Folglich ergänze ich die traditionelle produktionsfunktionsbasierte Sichtweise um einen Mechanismus, der auf der allokativen Rolle des Humankapitals beruht. Eine erste Reihe an Zwischenergebnissen beschreibt den positiven Zusammenhang zwischen kognitiver Kompetenz und Erwerbstätigkeit einer Person im Rahmen eines großen internationalen Vergleichs. Ferner weisen Länder mit höheren durchschnittlichen Kompetenzniveaus höhere Erwerbsraten auf. Jedoch ist der Geltungsbereich der letzteren Beziehung auf entwickelte Länder begrenzt ohne auf Entwicklungsländer übertragbar zu sein. In der Tat legen die Statistiken nahe, dass Entwicklungsländer weiter entfernt vom neusten Stand der Technik sind und entsprechend Technologien mit geringeren Qualifikationsansprüchen einsetzen. Eine zweite Reihe an Zwischenergebnissen erfasst den Anstieg in direkten Berufswechseln in den USA am Ende des 20. Jahrhunderts und den gleichermaßen ausgeprägten Abfall zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Berufswechsel in den letzten Jahren sind auf dem Niveau der späten 1970er—weit unter den Höchstständen der späten 1990er. Insbesondere bei Höherqualifizierten ist der Mobilitätsanstieg am Ende des 20. Jahrhunderts als auch der Abfall zu Beginn des 21. Jahrhunderts ausgeprägt. Die gleichzeitige Trendumkehr um die Jahrtausendwende in Qualifikationsbedarf und Mobilität als auch die Trendbrüche in den amerikanischen IT-Investmentzeitreihen legen Schumpeterische Mechanismen nahe. In einem großen internationalen Vergleich dokumentiere ich, dass wirtschaftliches Wachstum mit relativ häufigeren Berufswechseln bei Höherqualifizierten verbunden ist, jedoch der IT-Einsatz mit relativ selteneren Berufswechseln— Korrelationen, die potenzielle Artefakte eines Implementierungszyklus einer Grundlagentechnologie sind. In einem ergänzenden theoretischen Beitrag etabliere ich eine Beziehung zwischen der heterogenen Implementierung einer Grundlagentechnologie und der Bildungslohnprämie.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Employment effects of skills around the world: Evidence from the PIAAC. International Labour Review, 159(3), 307-338.
STIJEPIC, Damir
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Trends and cycles in U.S. job mobility. The Manchester School, 89(2), 203-222.
Stijepic, Damir
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Workplace Heterogeneity and the Returns to Versatility. The B.E. Journal of Theoretical Economics, 22(2), 483-508.
Stijepic, Damir
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Educational Disparity in Job Mobility: The Great Trend Reversal. SSRN Electronic Journal.
Stijepic, Damir
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International Differences in the Effect of Skills on Job Mobility: A Schumpeterian Perspective
Damir Stijepic
