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Agency-Probleme in Kreditverbriefungen

Fachliche Zuordnung Accounting und Finance
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 434130478
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Aufgrund erheblicher Probleme auf dem Verbriefungsmarkt hat die EU nach der Finanzkrise mehrere Reformen durchgeführt. Eine wichtige Frage ist, ob diese Reformen in der Lage sind, die dem Markt innewohnenden Agency-Probleme zu reduzieren. In unseren Forschungsprojekten dokumentieren wir empirisch, dass die Vorschriften einerseits wünschenswerte und andererseits problematische Auswirkungen haben. In Bezug auf die Anforderungen and den Mindestselbstbehalt als Teil der CRD IV stellen wir fest, dass sie das Verhalten der kreditgebenden Banken in Bezug auf alle Überwachungs- und Abwicklungsmaßnahmen verbessern. Beispielsweise werden Kredite tendenziell häufiger bewertet und schneller und effizienter abgewickelt. Da wir keine Hinweise auf eine adverse Selektion bei verschiedenen Arten von Geschäften finden, kommen wir zu dem Schluss, dass die Regulierung das Moral-Hazard-Risiko verringert. Bezüglich der Europäischen Verbriefungsverordnung, einschließlich des Konzepts der einfachen, transparenten und standardisierten (STS) Verbriefungen, stellen wir fest, dass die Verordnung ihre Ziele teilweise verfehlt, was zu problematischen Entwicklungen führt. Anstatt die Risikobewertung der Investoren wie beabsichtigt zu verbessern, führt die Existenz des STS-Labels als Qualitätskennzeichen dazu, dass sich viele Investoren auf das Kennzeichen verlassen, anstatt eine angemessene Risikobewertung des Geschäfts vorzunehmen. Tatsächlich ist die Existenz des Labels für die Performance irrelevant, stattdessen verbessern die spezifischen Merkmale die Darlehensperformance erheblich. Diese wiederum werden von den Investoren vernachlässigt. Zusammenfassend weisen wir auf die Gefahr hin, dass sich Investoren wie vor der Finanzkrise („AAA“) erneut zu stark auf ein Label verlassen, anstatt das komplexe Finanzprodukt vor der Investition zu analysieren. Dies ist eine problematische Entwicklung, die die EU mit dieser Verordnung gerade verhindern wollte. Dies ist besonders relevant, da wir auch feststellen, dass Originatoren eine geringe Verständlichkeit der Prospekte nutzen, um eine schlechte Performance zu verbergen, und dass Investoren die Verständlichkeit bei der Preisgestaltung dieser komplexen Finanztitel nicht ausreichend berücksichtigen. Insgesamt erweitern unsere Ergebnisse das Wissen über den Risikoselbstbehalt, die Komplexität von Finanztiteln und die Verständlichkeit von Offenlegungsdokumenten und tragen so letztlich zu wesentlichen Erkenntnissen für Akademiker, Regulatoren und Praktiker.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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