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"Sedimentationsmuster Lanzarotes als Ausdruck des quartären Umweltwandels auf den Ostkanaren und in Nordafrika."

Fachliche Zuordnung Physische Geographie
Förderung Förderung von 2019 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 434520461
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Vegasedimente auf der Insel Lanzarote sind gekennzeichnet durch eine Wechsellagerung von tonigen, rötlichen Lagen und kalkreichen, hellen Lagen. Diese Abfolgen waren in den letzten Jahren Inhalt unterschiedlichster Forschungsarbeiten. Mit diesem Projekt konnten wir herausarbeiten, dass diese Wechsellagerungen einer bestimmten Zyklizität unterliegen, die sich deutlich im Quarzgehalt aller Sedimentlagen äußert. Ein Zyklus beginnt mit einer schluff-dominierten Lage, die geringe Anteile an Feinsand aufweist. Diese Positionen sind durch einen markanten Quarzpeak gekennzeichnet. In der Folge nimmt der Quarzgehalt kontinuierlich ab und an dem Punkt des geringsten Quarzgehalts erreicht die Tonfraktion ihren höchsten Wert. Diese Lage im Sedimentpaket ist gekennzeichnet durch den Farbwechsel von hell zu rötlichen Farbtönen. Ab diesem Punkt nimmt der Quarzgehalt wieder kontinuierlich zu, wohingegen die Tongehalte auf dem höchsten Niveau verweilen. Die Tongehalte nehmen erst in der obersten rötlichen Sedimentlage wieder ab. In diesem Niveau sind die Quarzgehalte schon wieder stark angestiegen und erreichen ihren Peak direkt oberhalb der roten Tonlage und zwar exakt in dem schluffigen, schwach feinsandigen Sediment, mit dem der nächste Zyklus beginnt. Der Start des neuen Zyklus ist markiert durch einen Farbwechsel von tiefrot zu hellbeige. Datierungen lassen vermuten, dass das Sediment mit dem höchsten Quarzanteil in einer Warmphase (Interglazial und wärmstes Interstadial) abgelagert wurde. Wir interpretieren diese Lage als äolisches Sediment, das in einer trockenen Phase mit starker Vegetationsauflichtung vor allem in den Staubquellgebieten transportiert wurde. In den zunehmend kühleren Phasen nimmt die Aridität in Lanzarote und den Nordafrikanischen Quellgebieten ab und verlagert sich entsprechend nach Süden. Die Sedimente in den Vegas nehmen kontinuierlich an Quarz ab und die Tonanteile erhöhen sich. Diese Tone (Illite und Kaolinite) sind ebenso äolisch transportiert und stammen aus Quellgebieten des sahelischen und subsaharischen Raums. Wir gehen davon aus, dass hier die Aridität in den Quellgebieten nachgezeichnet wird und dass diese klimatischen Wechsel sich nicht in abrupten Veränderungen im Vegasediment äußern. Das liegt daran, dass der Staubgehalt und seine Zusammensetzung vor allem die paläoökologischen Bedingungen in den Quellgebieten widerspiegeln, die nur bedingt zeitgleich mit dem Klimagang einhergehen, da die Vegetationdynamik deutlich zeitversetzt und auch verlangsamt die Staubdynamik triggert. Dennoch dient der Quarzgehalt auch als Klimaindikator in Lanzarote und den Quellgebieten der Stäube nach der Regel: Je höher der Quarzgehalt, umso trockener das Klima in Lanzarote und nahen Quellgebieten wie West-Sahara und Nordwest-Mauretanien. Je geringer der Quarzgehalt in den Vegasedimenten, umso feuchter das Klima auf Lanzarote, umso trockener jedoch das Klima in ferneren subsaharischen Regionen. Die Sedimente sind auch ein Beleg dafür, dass wir es in der Dynamik mit kontinuierlichen Entwicklungen zu tun haben, die im Prinzip fortwährend Übergänge anzeigen und niemals abrupt erfolgen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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