Detailseite
Projekt Druckansicht

Therapeutischer Synergismus einer PARP- und Dipeptidylpeptidase-4-Inhibition im Triple-negativen Brustkrebs

Fachliche Zuordnung Gynäkologie und Geburtshilfe
Förderung Förderung von 2020 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 437439250
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

PARP-Inhibitoren (PARPi) haben die Therapie des BRCA-mutierten TNBCs sowie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms in den letzten Jahren revolutioniert. Allerdings entwickeln die meisten Tumoren beider Entitäten im Krankheitsverlauf meist Resistenzen gegen PARPi, wenn sie eine solche nicht bereits a priori aufweisen. Neben der eigentlichen zytotoxischen Wirkung von PARPi durch Schädigung der DNA-Reparatur ist in den letzten Jahren durch mehrere Arbeitsgruppen ein zweiter Wirkmechanismus beschrieben worden, nämlich die Aktivierung des STING-Signalwegs. Dieser führt zu einer Ausschüttung lymphozytenrekrutierender Chemokine (insbes. CCL5, CXCL10) aus der Tumorzelle und einer damit verbundenen Aktivierung des adaptiven Immunsystems. Die Dipeptidylpeptidase 4 (DPP4) ist in Tumoren exprimiert und in der Lage, CCL5 und CXCL10 zu spalten. Die Hypothese des vorliegenden Antrags war es, dass durch diesen Mechanismus DPP4 eine PARPi-Resistenz herbeiführen könnte. Tatsächlich zeigt sich im TNBC des Menschen die Induzierbarkeit von CCL5 und CXCL10 durch PARP-Inhibitoren, ebenso eine Expression/Aktivität von DPP4. Im syngenen TNBC- Mausmodell führt DPP4 zu einem beschleunigten Tumorwachstum, was durch den DPP4-Inhibitor Sitagliptin komplett reversibel ist. Allerdings konnte im Projektverlauf kein stabiles in vivo-Modell zum TNBC etabliert werden, in dem PARPi (selbst bei einem BRCA-Verlust) eine substantielle Wirkung hatte, trotz internationaler Kooperationspartner. Dadurch konnte im TNBC die angenommene Hypothese noch nicht suffizient validiert werden. Es wurden daher parallel Untersuchungen im Ovarialkarzinom durchgeführt, die unsere Hypothese gut belegen konnten. Wie auch im TNBC konnten wir erstmals aktive DPP4 in humanen Ovarialkarzinomproben nachweisen und sie mit der immunhistochemischen Expressionsstärke korrelieren. DPP4 ist auch hier ein negativ-prognostischer Faktor. Im murinen Brca2-mutierten Ovarialkarzinommodell führte der PARPi Olaparib sowohl durch synthetische Letalität als auch durch Aktivierung der adaptiven Immunantwort zur Überlebensverbesserung. Durch DPP4-Überexpression konnten wir erstmals eine Olaparib-Resistenzentwicklung in vivo nachweisen. PARPi und DPP4i führten umgekehrt in BRCA-Wildtyp-Tumoren, die normalerweise sowohl beim Menschen als auch im verwendeten Mausmodell eine PARPi-Resistenz zeigen, synergistisch zu einem signifikanten Überlebensvorteil. Zusammenfassend konnten wir daher DPP4 als einen neuartigen Resistenzmechanismus gegenüber PARPi und damit als eine attraktive therapeutische Zielstruktur identifizieren.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung