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Innovationen im Journalismus in demokratischen Gesellschaften: Index, Einfluss und Voraussetzungen im internationalen Vergleich (JoIn-DemoS)

Fachliche Zuordnung Publizistik und Kommunikationswissenschaft
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 438677067
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Forschungsprojekt Journalism Innovation in Democratic Societies („JoIn-DemoS“), an dem 24 Kommunikationswissenschaftler:innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien und Großbritannien beteiligt waren, stellt Grundlagenforschung dar, mit dem Ziel, empirisches Wissen über Innovationen im Journalismus westeuropäischer Länder im Zeitraum von 2010 bis 2020 zu generieren und damit Theorien zu Innovationen im Journalismus deutlich weiterzuentwickeln. Die Relevanz des Themas speist sich aus einem normativ-demokratietheoretischen Journalismusverständnis. Demnach ist Journalismus eine existenzielle Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit demokratischer Gesellschaften. Journalist:innen sollen Bürger:innen informieren, mächtige Akteure aus Politik und Wirtschaft kritisieren und kontrollieren, Meinungsbildungsprozesse initiieren und schließlich die Partizipation der Menschen am gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben ermöglichen. Gesellschaftliche, politische und (medien-)ökonomische Entwicklungen der jüngsten Zeit nähren jedoch Zweifel daran, dass der Journalismus diesen Aufgaben gerecht wird. Die Polarisierung und Emotionalisierung gesellschaftlicher Debatten sowie die geringe Zahlungsbereitschaft für journalistische Inhalte sind ein paar der zentralen Herausforderungen, mit denen sich der Journalismus seit den 2010er Jahren konfrontiert sieht. Ziel des Forschungsprojekts war es herauszufinden, wie der Journalismus mit Innovationen auf die multiplen und miteinander verwobenen Krisen und Herausforderungen reagiert. In einem mehrphasigen empirischen Forschungsprozess wurden zunächst die aus Sicht von Medien-, Journalismus- und Innovationsexpert:innen wichtigsten Innovationen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien und Großbritannien im Zeitraum von 2010 bis 2020 identifiziert. Auf Basis von mehr als 100 leitfadengestützten Interviews identifizierten die Forscher:innen über 1000 Nennungen von Innovationen und fassten sie in 49 Innovationsbereichen, zum Beispiel dem kollaborativen-investigativen Journalismus, dem Datenjournalismus sowie dem konstruktiven Journalismus, zusammen. Anschließend wurde anhand von 100 Fallbeispielen – 20 in jedem Land – untersucht, wie Innovationen implementiert wurden, welche Faktoren dabei förderlich oder hinderlich waren und welchen gesellschaftlichen Wert die Innovationen boten. Das innovative Potenzial offenbart sich auf unterschiedlichen Ebenen: dem journalistischen Angebot (Produktebene), der redaktionellen Organisation (Prozessebene), der Verbreitungswege (Distribution) sowie der Vermarktung und Monetarisierung journalistischer Angebote (Finanzierung). Die Forscher:innen kommen ferner zu dem Ergebnis, dass Innovationen wie Faktenchecks, Rechercheverbünde oder Bezahlmodelle zentrale journalistische Qualitätskriterien wie Wahrheitsorientierung, Relevanz und Unabhängigkeit stärken und den Journalismus somit bei der Wahrung seiner demokratietheoretisch-relevanten Aufgaben unterstützen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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