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Netzwerk Erziehungswissenschaftliche Subjektivierungsforschung – Theoretische, Methodologische und Methodische Einsätze (NES)

Antragstellerin Dr. Karen Geipel
Fachliche Zuordnung Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft
Förderung Förderung von 2020 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 438853509
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Mittelpunkt der Netzwerkarbeit stand die systematische Auseinandersetzung mit dem Theorem der Subjektivierung aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive und dessen empirischer (An-)Wendung im Kontext erziehungswissenschaftlicher Forschung. Zum einen ging es darum, die Spezifik erziehungswissenschaftlicher Zugänge im interdisziplinären Feld der Subjektivierungsforschung zu profilieren, zum anderen, das Potenzial des Subjektivierungstheorems für Theoriebildung und Forschung in der Erziehungswissenschaft zu präzisieren. Die Frage nach dem Subjekt, seiner Genese und Transformation stellt ein Kernthema der Erziehungswissenschaft dar. Denn in der Auseinandersetzung mit Erziehung, Bildung Lernen und Sorgeverhältnissen ist grundlegend, wie sich Individuen als Subjekte konstituieren bzw. als Subjekte konstituiert werden. Macht, Intersubjektivität, Relationalität und Heteronomie kommt in diesem Zusammenhang besondere Aufmerksamkeit zu. Subjektivierung hat in Deutschland seit etwa 2000 sowohl disziplinintern als auch -übergreifend eine Konjunktur erlebt; damit verbunden ist seit ca. zehn Jahren auch eine verstärkte Auseinandersetzung mit der empirischen Analyse konkreter Subjektivierungsprozesse. Zugleich stellte eine systematische Bündelung theoretischer und empirischer Ansätze innerhalb der Erziehungswissenschaft ein Desiderat dar. Hier setzte das Netzwerk an. Zentrales Ergebnis ist die Konzeption und Herausgabe des Handbuchs „Erziehungswissenschaftliche Subjektivierungsforschung“ (transcript Verlag, Open Access). Es bietet einen systematisierenden Überblick über theoretische, methodologische und methodische Entwicklungen. Der Band zeigt sowohl Potenziale als auch Leerstellen der Subjektivierungsforschung auf und markiert Ansatzpunkte ihrer Weiterentwicklung. Dabei werden insbesondere drei Schwerpunkte gesetzt: Erstens werden theoretische Einsätze, analytische Konzepte sowie methodologische Reflexionen von Subjektivierungsforschung in der Erziehungswissenschaft versammelt sowie verschiedene methodische Zugänge der empirischen Erforschung von Subjektivierungsprozessen anhand unterschiedlicher Materialsorten vorgestellt. Zweitens werden Beiträge zur Relationierung von Subjektivierung und zentralen erziehungswissenschaftlichen Grundbegriffen geleistet. Subjektivierung wird dabei sowohl als kritische Perspektive auf disziplinäre Begriffe und Bezugspunkte profiliert als auch auf ihr Potenzial als Grund- bzw. Schlüsselbegriff der Erziehungswissenschaft hin befragt. Drittens thematisiert der Band das Verhältnis von Subjektivierung und Kritik – sowohl in Form theoretischer Bestimmungen des kritischen Potenzials subjektivierungsanalytischer Ansätze für erziehungswissenschaftliche Forschung als auch durch Beiträge, die Subjektivierung(sforschung) selbst einer Kritik unterziehen (etwa aus post-/dekolonialer, rassismuskritischer oder neomaterialistischer Perspektive). Der Band schließt mit „Geschichte(n) der Subjektivierungsforschung“, die als lebendige und fortlaufende Debatte – ergänzt durch Illustrationen als innovatives Element – abgebildet sind. Er leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur Systematisierung, Konsolidierung und Weiterentwicklung von Subjektivierungsforschung in der Erziehungs- und Sozialwissenschaft.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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