Die seltenste der seltenen - nicht-kodierenden RNA-Untersuchungen in der Pathogenese des Hutchinson-Gilford-Progeria-Syndroms
Zellbiologie
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Das Hutchinson-Gilford-Progerie-Syndrom (HGPS) ist eine äußerst seltene genetische Erkrankung, die durch eine Mutation im LMNA-Gen verursacht wird. Diese führt zur Produktion eines defekten Prälamin-A-Proteins namens Progerin. Dies ruft Symptome hervor, die einem beschleunigten Alterungsprozess ähneln, wobei betroffene Kinder typischerweise in ihren Teenagerjahren an kardiovaskulären Komplikationen sterben. Trotz umfangreicher Forschung bleiben die zugrunde liegenden Mechanismen weitgehend unklar, und die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten bieten nur begrenzte Wirksamkeit. Unser Projekt konzentriert sich auf die bisher wenig erforschte Rolle von nicht-kodierenden RNAs (ncRNAs) bei der Entstehung von HGPS-assoziierten Anomalien. Diese ncRNAs, die wichtige Prozesse wie abnorme RNA-Spleißung, DNA-Schadensreaktionen, Zellseneszenz und fibrotische Signalwege regulieren, könnten kausal mit den charakteristischen Merkmalen von HGPS verbunden sein. Mithilfe modernster Einzelzell-Sequenzierungstechnologien wollen wir krankheitsrelevante ncRNAs in experimentellen Modellen identifizieren, darunter patientenabgeleitete Zellen und HGPS-Mausmodelle. Vielversprechende ncRNAs werden auf ihr therapeutisches Potenzial hin untersucht, indem oligonukleotidbasierte Behandlungen wie Antisense-Oligos und AntagomiRs in präklinischen Modellen getestet werden. Dieses interdisziplinäre Projekt, an dem Experten aus Schweden, Italien, Österreich und Deutschland in Zusammenarbeit mit der Progeria Research Foundation beteiligt sind, zielt darauf ab, ncRNA-assoziierte Signalwege aufzudecken und innovative Therapien zu entwickeln, die HGPS-Patienten und ihren Familien neue Hoffnung geben können.
