Der frühneuzeitliche lateinische Fiktionalitätsdiskurs
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Dieses Projekt zum frühneuzeitlichen lateinischen Fiktionalitätsdiskurs hat einen Beitrag zum Schließen einer Lücke geleistet, indem die Theorie der literarischen Fiktion im Zusammenspiel mit der Allegorie im Zeitraum von ungefähr 1350 (von Petrarca [1304-1374] und Boccaccio [1313-1375]) bis ca. 1450 untersucht wurde. Als Produkt ist eine ausführliche Analyse erschienen, bei der die lateinischen Texte das hauptsächliche Corpus bilden, wohingegen die volkssprachlichen Texte nur zum besseren Verständnis der ersteren und des gesamten Diskurses herangezogen werden. Die Untersuchung leistet einen Beitrag zur Erforschung eines wesentlichen Aspekts der Literatur und der Literaturtheorie. Über die literarische Fiktion wurde und wird seit der Antike viel diskutiert, und zwar nicht nur hinsichtlich der richtigen Auslegung von fiktionalen Erzählungen, sondern auch – auf einer theoretischen Ebene – hinsichtlich des adäquaten Verständnisses der Fiktionalität an sich. Die historische Dimension dieser für literarische Erzählungen (und nicht nur für literarische Erzählungen) zentralen Komponente wurde bisher weitaus weniger erforscht als der synchrone Fiktionsbegriff. Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken ist nun eine Arbeit zum frühen italienischen Humanismus erschienen, die hoffentlich weitere Untersuchungen nach sich ziehen wird.
