Einfluss der mütterlichen Feinfühligkeit in der frühen Kindheit auf den kindlichen Grundschulerfolg
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Elterliche Feinfühligkeit im Säuglings- und Kindesalter hat erwiesenermaßen einen positiven Einfluss auf unterschiedliche Entwicklungsaspekte. Dazu zählen unter anderem auch die kognitiven Fähigkeiten und der Schulerfolg. Die meisten Studien untersuchen solche Effekte jedoch primär kurz- oder mittelfristig. Langfristige Untersuchungen sind seltener, sprechen aber für überdauernde Auswirkungen feinfühligeren Elternverhaltens. In diese Studie wurde die Entwicklung einer deutschen Stichprobe von Säuglingen über die frühe Kindheit hinweg bis in das Jugendalter untersucht. Neben Untersuchungen zu Temperament, sozial-emotionalen Fähigkeiten, Sprachentwicklung und kognitiven Leistungen lag der Fokus besonders auf der mütterlichen Feinfühligkeit, erfasst mit den Emotional Availability Scales (EAS), und deren Auswirkungen auf den späteren kindlichen Grundschulerfolg. Zu diesem Zwecke wurden die bestehenden Daten einer Stichprobe von Kindern, die im Alter von 6 Monaten, 12 Monaten, 18 Monaten, 3 Jahren und 4 Jahren im Labor untersucht worden waren, nachkodiert und analysiert. Im Rahmen dieses Projekts wurde im Jugendalter (13-15 Jahre) zusätzlich noch die Intelligenz der Probanden dieser Stichprobe mithilfe des Culture Fair Tests (CFT 20-R) mit einer hybriden Online-Testung erfasst. Zudem wurden die Grundschulnoten retrospektiv abgefragt. Erste Befunde zeigen, dass die frühe mütterliche Feinfühligkeit die Schulnoten in der Grundschule vorhersagt. Dabei erzielten Grundschulkinder bessere Noten in den Fächern Mathematik und Deutsch, wenn deren Mütter sich ihnen gegenüber im Alter von 12 Monaten feinfühliger verhalten hatten. Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten im Jugendalter konnten jedoch bislang nicht gefunden werden. Die Daten der weiteren Messzeitpunkte werden noch analysiert.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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The differential effect of infant negative affectivity on the relationship between maternal sensitivity and cognitive development in childhood. Posterbeitrag auf der 26. Biennial Meeting of the International Society for the Study of Behavioral Development (ISSBD). Rhodos, Griechenland
Schmidt, J. A., Aschersleben, G. & Henning, A.
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The stability of temperament during the first four years of life. Posterbeitrag auf der 7. Lancaster International Conference on Infant and Early Child Development (LCICD). Lancaster University, Großbritannien
Schmidt, J. A., Henning, A. & Aschersleben, G.
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Der Einfluss mütterlicher Feinfühligkeit im Kindesalter auf kognitive Fähigkeiten im Jugendalter. Posterbeitrag auf der 25. Tagung der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (EPSY), Berlin
Schmidt, J. A., Aschersleben, G. & Henning, A.
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The long-term influence of maternal sensitivity on cognitive abilities. Posterbeitrag auf der 21. European Conference on Developmental Psychology (ECDP), Turku, Finnland
Schmidt, J. A., Aschersleben, G. & Henning, A.
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Early-life temperament: A longitudinal investigation of stability and structure. International Journal of Behavioral Development, 49(3), 214-227.
Schmidt, Jonathan Arthur; Aschersleben, Gisa & Henning, Anne
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Maternal Sensitivity in Infancy and Academic Achievement in Elementary School: A Longitudinal Study. Posterbeitrag auf der International Conference of Infant Studies (ICIS). Glasgow, Schottland
Schmidt, J. A., Henning, A. & Aschersleben, G.
