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Minimal-invasive Versorgung von Verletzungen des vorderen Beckenringes: Biomechanischer Vergleich fünf verschiedener Stabilisierungsoptionen

Fachliche Zuordnung Orthopädie, Unfallchirurgie, rekonstruktive Chirurgie
Förderung Förderung von 2020 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 446641912
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Hoch-Energie-Traumata können zu schweren Beckenverletzungen führen, die als "Open-Book-Verletzungen" bekannt sind und durch die Sprengung der Schambeinfuge gekennzeichnet sind. Traditionell werden zur Stabilisierung dieser Verletzungen symphysenüberbrückende Osteosynthesen mit Platten angewendet. Osteosyntheseplatten sind zwar der Goldstandard, können aber zu starr sein, was im Laufe der Zeit zu Problemen wie Lockerung und Bruch führen kann. In letzter Zeit wurden alternative Methoden zur Fixierung vorgeschlagen, bei denen sogenannte Suture-buttons in Kombination mit Fibretapes oder Fadenanker mit Fibretapes verwendet werden. Diese neuen Methoden zielen darauf ab, eine angemessene Stabilisierung zu gewährleisten und gleichzeitig eine höhere Flexibilität und bessere Simulation der physiologischen Bewegungsfähigkeit der Symphyse zu bieten. Anhand eines biomechanischen Modells wurden diese alternativen Fixierungsmethoden durch eine Reihe statischer und zyklischer Tests bewertet, um das Stehen auf zwei Beinen und das sechswöchige Gehen zu simulieren und die Haltbarkeit bei wiederholter Belastung zu beurteilen. Schließlich wurde eine Versagensmessung bis zum Versagen der Osteosynthese durchgeführt, um die maximale Belastung zu ermitteln, der die Fixierungsmethode standhalten kann. Als Vergleich dienten der Goldstandard „Plattenosteosynthese“ sowie die etablierten Verfahren „Fixateur externe“ und „Fixateur interne“. Die Ergebnisse zeigten, dass die alternativen Fixierungsmethoden mit Suture-buttons bzw. Fadenankern weniger stabil waren als die traditionelle Plattenosteosynthese oder der Fixateur interne, jedoch deutlich stabiler als der Fixateur externe. Sie boten jedoch erhebliche Vorteile. Die alternativen Methoden ermöglichten eine Fixierung, die der natürlichen physiologischen Beweglichkeit der Symphyse näher kommt, was insbesondere für Sportler und jüngere Frauen von Vorteil sein könnte. Diese Gruppen könnten von der größeren Flexibilität und der geringeren Steifigkeit profitieren, was zu besseren Langzeitergebnissen in Bezug auf Mobilität und Komfort führen könnte. Obwohl diese alternativen Methoden weniger stabil als der Goldstandard Plattenosteosynthese waren, erwies sich die Versagensmessung in beiden Fällen als vernachlässigbar, was darauf hindeutet, dass sie dennoch eine zuverlässige klinische Alternative darstellen könnten.

 
 

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