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Prognosemethoden und Zukunftsszenarien in der Sprachenpolitik – am Beispiel des multilingualen Russlands

Fachliche Zuordnung Einzelsprachwissenschaften, Historische Linguistik
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 448946267
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Prognosemethoden und Modelle zur Analyse zukünftiger Entwicklungen in multilingualen Gesellschaften sind seit langem ein Desiderat der Soziolinguistik. Das Projekt setzte sich zum Ziel, systematisch Grundlagen für Prognosemethoden in ausgewählten Bereichen der Sprachpolitik zu erarbeiten. Außerdem zielte das Projekt darauf ab, ihre Anwendbarkeit auf der Basis der multilingualen Sprachsituation der Russischen Föderation zu zeigen. Dieses Projekt war im Rahmen der RFBR-DFG Kooperation beantragt worden. Aufgrund Russlands Krieg gegen die Ukraine wurden seit Februar 2022 alle Kooperationen mit dem russischen Partner eingestellt. Da gemäß Projektplan der Fokus in Gießen auf methodischen Aspekten liegen sollte und in Russland auf empirischer Feldarbeit, konnten die für das Projekt an der Justus-Liebig-Universität Giessen geplanten Arbeiten weiter durchgeführt werden. Wegen des Wegfalls der empirischen Feldarbeit in Russland (105 in-depth interviews in sieben Republiken), wurde das Projekt auf Gießener Seite entsprechend umgeplant. Die Sprachbasis wurde auf weitere slavische Sprachen erweitert. Aufgrund der Ausnahmesituation des Krieges ergaben sich somit zeitliche Verzögerungen im Projektplan. Das unter diesen veränderten Bedingungen an der JLU Giessen weitergeführte Projekt hat folgende Ergebnisse erzielt: Es wurde ein detaillierter Überblick über Forschung zu Prognosemethoden in den Sozialwissenschaften erarbeitet und im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in der Soziolinguistik geprüft. Der soziolinguistische Zugang zu Szenarienmodellen wurde am Beispiel von Migration aus der Ukraine, Szenarien für die Entwicklung der Zwei- und Mehrsprachigkeit und für die Zukunft des Lehrens des Ukrainischen sowie die Entwicklung der Ukraine-Studien in Europa angewendet. Des Weiteren wurde ein dynamisches Modell zur Prognose von Entwicklungen in multilingualen Sprachsituationen entwickelt. Die Grundlage sind sozialwissenschaftliche Methoden der Zukunftsforschung, die für soziolinguistische Ziele überarbeitet wurden. Das Modell sieht fünf Stufen vor: Merkmale von aktuellen Sprachsituationen, Faktoren von zukünftigen Entwicklungen, eine vergleichende Analyse der Merkmale und Faktoren, Prognosen in Form von Szenarien und Forschungstransfer in Form von Empfehlungen für die Sprachpolitik. Dieses fünfstufige Modell wird an Sprachsituationen in Osteuropa erprobt. Die Projektergebnisse werden in einem umfangreichen Projektband publiziert, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 im Verlag Harrassowitz im Open Access erscheinen soll.

Link zum Abschlussbericht

https://doi.org/10.22029/jlupub-20070

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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