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Die Struktur der Fundamentalität

Fachliche Zuordnung Theoretische Philosophie
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 448954791
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Es ist eine altehrwürdige philosophische Frage ob, um zu bestehen, jede Tatsache ein Fundament benötigt, auf der sie ruht, oder ob es auch fundamentale Tatsachen gibt, welche die Basis für andere Tatsachen bilden, obgleich sie selber kein Fundament haben. Dieses Forschungsprojekt widmete sich dem Begriff der Fundamentalität in dieser Frage. Das philosophische Interesse am Begriff der Fundamentalität hat eine reichhaltige Geschichte: In der Metaphysik spielt er eine zentrale Rolle von der Antike bis hin zur aktuellen Debatte, und auch in der Wissenschaftsphilosophie ist er prominent plaziert, wie zum Beispiel in Theorien der Erklärung, Debatten zur Wahl zwischen Theorien, sowie der Formulierung des wissenschaftlichen Realismus. Dieses Forschungsprojekt konzentrierte sich auf einen Ground-theoretischen Ansatz, demzufolge Fundamentalität eine durch den Begriff des metaphysischen Grounding zu definierende Eigenschaft von Tatsachen ist. Der zeitgenössischen Debatte gemäß ist Grounding zu verstehen als eine objektive und produktive Prioritätsrelation zwischen Tatsachen. Dieser Begriff erlaubt eine Definition von Fundamentalität: Eine Tatsache x ist fundamental gdwdf. x hat keine Grounds. Dies fängt ein natürliches Verständnis von Fundamentalität ein, da Grounding eine Relation zwische Fundament und dem auf ihm gebauten ist. Entsprechend wichtig ist die Definition für die aktuelle Debatte zu Grounding und Fundamentalität. Das Projekt hatte drei Ziele: (1) unser Verständnis des Ground-theoretischen Ansatzes zu vertiefen und mit aktuellen sowie historischen Alternativen zu vergleichen; (ii) den Ground-theoretischen Ansatz gegen Einwände zu verteidigen; (iii) den Ground-theoretischen Ansatz weiterzuentwickeln. In Hinblick auf den dritten Punkt hat das Projekt unter anderem untersucht 1. die Idee, dass manche Tatsachen bloß partielle Grounds besitzen (jedoch keine vollständige Grounds), womit jene als partiell fundamental gölten; 2. die Idee, dass die Tatsachen, die keine Grounds haben, in zwei Klassen zerfallen: jene die einfach ungrounded sind und jene, welche zero-grounded sind. Grounding gilt als explanatorischer Begriff, sodass die Grounds einer Tatsache diese metaphysisch erklären. Typischerweise geht die obige einfache Definition der Fundamentalität dementsprechend mit der Annahme einher, dass fundamentale Tatsache keine metaphysische Erklärung haben und damit explanatorisch basal sind. Dass eine Tatsache fundamental ist – d.h. keine Grounds hat – würde demnach die Möglichkeit beschränken zu verstehen, warum diese Tatsache der Fall ist. Ein wichtiges Resultat des Projekts ist ein ausführliches Argument für die dem gegenüberstehende These, dass es fundamentale Tatsachen (im Ground-theoretischen Sinne) geben kann, welche eine metaphysische Erklärung besitzen, obwohl sie keine Grounds besitzen: Es gibt eine explanatorische Struktur der Fundamentaltiät, welche uns in die Lage versetzen kann zu verstehen, warum die fundamentalen Tatsachen selber der Fall sind.

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