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Intersektionale Identitäten im Alt-Jiddischen Roman: 'Bovo d’Antona' und 'Pariz un Vyene'

Fachliche Zuordnung Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft; Kulturwissenschaft
Religionswissenschaft und Judaistik
Förderung Förderung von 2020 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 451487953
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Dieses Projekt untersuchte die Konstruktion von intersektionaler Identität im jiddischen Roman Bovo d'Antona von Elye Bokher aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Unter Verwendung eines mixed-method methodischen Ansatzes, der analoge Annotation und digitale Analyse kombiniert, hat das Projekt eine öffentlich zugängliche Datenbank und grafische Analysen von Identitätsbezügen in Bovo d'Antona erstellt; diese Daten sind auch in drei Zeitschriftenartikel eingeflossen. Der Übersichtsartikel „A Distant Reading Model of Intersectional Identity in Fiction: What Constitutes Character in the Early Modern Yiddish Romance Bovo d'Antona?“ stellt die Gesamtergebnisse des Projekts vor, zeigt den performativen Charakter von Identität in Bovo d'Antona auf und plädiert für die Integration von methodengemischten Distant Reading und intersektionalen Ansätzen in literaturwissenschaftlichen Analyseprozessen. Dies wurde von zwei detaillierteren, analogen Analysen begleitet, die als Fallstudien für intersektionale Ansätze zur Identität in diesem Roman dienen. Eine dieser Studien verfolgt einen vergleichenden Ansatz zur Überschneidung von Setting und sozialem Status in Bovo d'Antona im Vergleich zu dem mittelenglischen Roman Partonope aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Die zweite Studie analysiert die cynocephale Figur Pelukan aus dem Bovo- Roman als Metapher für die vielschichtigen, intersektionalen Erfahrungen frühneuzeitlicher Jüd*innen und zieht Parallelen zwischen Pelukans Liminalität und Bokhers eigenem „Doppelbewusstsein“ als jüdischer Übersetzer in einer christlichen Gesellschaft. Im Zuge unserer Forschung haben wir auch eine bisher unbekannte Variante der Bovo-Geschichte entdeckt, die zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden soll. Insgesamt hat das Projekt durch die Erstellung digitaler Graphanalysen von Bovos Identität und deren Strukturierung nach dem Prinzip der intersektionalen Identität eine neue Methodik zur Analyse von Identität in der Literatur entwickelt. Darüber hinaus hat dieses Projekt in Form einer frei zugänglichen Datenbank von Identitätsbezügen und Graphanalysen intersektionaler Identität in Bovo wertvolle Ressourcen für Wissenschaftler*innen der jiddischen Romantik und Identität in der Belletristik geschaffen, die weitreichende Möglichkeiten für zukünftige Forschungen bieten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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