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Die Evolution der Pesach-Haggada als selbstständiges Buch (13.–17. Jh.)

Fachliche Zuordnung Religionswissenschaft und Judaistik
Kunstgeschichte
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 453105875
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Pesach-Haggada ist ein meist ein relativ kleines und handliches Buch mit einem liturgischen Text, der am Vorabend des Pesach-Festes im privaten Familienkreis vorgetragen wird. Die bisherige Forschung ging davon aus, dass die Haggada bereits im Mittelalter ein besonders weit verbreitetes jüdisches Buch war. Ursprünglich in das allgemeine jüdische Gebetbuchs integriert, entwickelte sich die Haggada erst seit dem 13. Jahrhundert als eine eigenständige Buchgattung. In auffälligem Gegensatz zu der oben beschriebenen Wahrnehmung der Haggada als weit verbreitetes Buch, steht die Beobachtung, dass aus dem Mittelalter nur 81 Haggadot erhalten sind. Gleichzeitig machte die Forschung immer wieder darauf aufmerksam, dass in der Frühphase des Buchdrucks nur überraschend wenige gedruckte Haggadot veröffentlicht wurden und erklärten dies mit massiven Verlusten mehrerer Ausgaben. Während einer längeren Periode von ca. 400 Jahren war die Haggada also kein weit verbreitetes Buch, sondern vielmehr ein ziemlich selten auftretendes Phänomen. Das Projekt machte es sich zur Aufgabe, die Geschichte der Haggada als eigenständige Buchgattung zu erforschen. Mittels einer Datenbank von 2003 liturgischen Büchern wurden eigenständige Haggadot in ihrem quantitativen Verhältnis zu andern Gattungen von Gebetsbüchern erfasst. In einem nächsten Schritt wurden verschiedene Buchgattungen auf ihre materialen Eigenschaften hin untersucht, um Unterschiede herauszuarbeiten, die auf spezifische Verwendungsmodi deuten lassen. Mittels dieser Vorgänge konnten, unter anderem mehrere Typen von eigenständigen Haggadot herausgearbeitet werden. In einem dritten Schritt ging es darum, die sozialen und kulturellen Profile von Benutzern dieser unterschiedlichen Gattungen zu skizzieren. Der Schlüssel zur Erstellung dieser Profile ist die materiale und künstlerische Ausstattung der Bücher. Dieses Projekt wurde von mehrere methodischen, bzw. theoretische Perspektiven aus erarbeitet: Ritualtheorie, quantitative Buchgeschichte, materiale Buchgeschichte, sowie sozial- und kulturhistorische Ansätze. Die Ergebnisse des Projektes werden in einer Monographie veröffentlicht, die voraussichtlich im Sommer 2025 eingereicht werden wird.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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