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Intertemporale Aspekte des Risikomanagements und ihre Auswirkungen auf das Verhalten

Fachliche Zuordnung Accounting und Finance
Förderung Förderung von 2020 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 453187408
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Dieses Forschungsprojekt untersucht, wie intertemporale Aspekte und damit verbundene verhaltensökonomische Verzerrungen die Nachfrage nach Versicherungen und Risikomanagemententscheidungen beeinflussen. Motivation war die Beobachtung, dass Versicherungsverträge intertemporale Aspekte aufweisen – Prämienzahlungen erfolgen vor Eintritt des Risikos – dies in klassischen Modellen aber oft vernachlässigt wird. Drei Teilprojekte kombinieren theoretische Modellierungen mit experimentellen, anreizkompatiblen Studien, um psychologische Mechanismen hinter Versicherungsentscheidungen besser zu verstehen. Teilprojekt 1: Risikomanagement und Autonomie in der Arbeitsgestaltung. In einem Feldexperiment auf Amazon MTurk wurde untersucht, ob Personen präventive Maßnahmen im Arbeitskontext stärker ergreifen, wenn sie über mehr Autonomie verfügen. Teilnehmer mit höherer Autonomie wählten mit 9,7 Prozentpunkten höherer Wahrscheinlichkeit präventive Maßnahmen, was die Hypothese des broad bracketing stützt. Die Ergebnisse helfen Arbeitsverhältnisse, insbesondere in der Gig-Economy, besser zu gestalten. Teilprojekt 2: Versicherung und Präferenz für frühe Auflösung von Unsicherheit (PERU). Basierend auf den Modellen von Kreps-Porteus-Selden sowie Hansen-Sargent wurde getestet, ob Personen mit Präferenz für frühe Unsicherheitsauflösung bereit sind, mehr für eine Versicherung zu zahlen, welche die späte Auflösung von Unsicherheit vermeidet. Im Experiment mit 204 Teilnehmern zeigte sich ein richtungskonformer, aber nicht signifikanter Effekt: Die Zahlungsbereitschaft war bei später Auflösung der Unsicherheit um 8,4 % höher. Strukturelle Schätzungen führen zu mit diesem Ergebnis konsistenten Präferenzenparametern. Teilprojekt 3: Versicherung als Commitment-Gerät? Dieses Teilprojekt prüfte, ob Versicherungen als Verpflichtungsinstrument für gegenwartsverzerrte Personen fungieren können. Ein theoretisches Modell mit β-δ-Präferenzen sagte höhere Zahlungsbereitschaft für Versicherungsverträge mit fixierten Zahlungsplänen voraus. In einem vierwöchigen Real-Effort-Experiment mit über 250 Teilnehmenden wurde dies durch den Vergleich flexibler, personalisierter und vorgegebener Zahlungspläne getestet. Entgegen der Erwartung zeigten sich keine signifikanten Unterschiede. Strukturelle Schätzungen ergaben, dass sich die Mehrheit nicht als gegenwartsverzerrt wahrnahm (β = 1,05), was die empirischen Nullbefunde erklärt. Fazit. Während die theoretischen Modelle verhaltensökonomische Einflussfaktoren schlüssig identifizieren, stützen sich die empirischen Effekte in den Teilprojekten 2 und 3 nur begrenzt. Dennoch liefern die Ergebnisse wichtige Einsichten darüber, wann und wie zeitliche Präferenzen das Versicherungsverhalten beeinflussen. Die erzielten Ergebnisse können für bessere Vertragsgestaltung und Gestaltung politischer Maßnahmen verwendet werden.

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