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Wie wirkt sich die Geschlechterzusammensetzung auf die Leistung von Teams aus?

Fachliche Zuordnung Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung von 2020 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 453632462
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Mithilfe eines Online-Experiments wurde untersucht, wie sich die Geschlechterzusammensetzung auf die teaminterne soziale Interaktion und die Leistungsfähigkeit von Teams auswirkt. Insgesamt wurden Daten über 342 Teams mit jeweils vier Mitgliedern erhoben. Das Design sah rein männliche, rein weibliche und geschlechtergemischte Teams (jeweils zwei Frauen und zwei Männer) vor. Die Auswertung der gewonnenen Daten zeigt, dass rein männliche Teams signifikant bessere Leistungen erbringen als geschlechtergemischte und rein weibliche Teams. Diese Leistungsunterschiede gehen mit deutlichen Unterschieden in der teaminternen Kommunikation einher. So kommunizieren rein männliche Teams mehr als Teams der alternativen Geschlechterkompositionen. Auf individueller Ebene zeigen sich zudem erhebliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Männer kommunizieren in gemischten Teams deutlich mehr als wenn Sie in rein männlichen Teams arbeiten. Frauen zeigen ein entgegengesetztes Muster: Sie kommunizieren in gemischten Teams deutlich weniger als wenn Sie in rein weiblichen Teams arbeiten. Im Ergebnis wird die Kommunikation gemischter Teams quantitativ von den männlichen Mitgliedern dominiert. Diese Dominanz nimmt teilweise extreme Formen an, die bisher so in der Literatur nicht beschrieben worden sind. So zeigt sich unter anderem, dass Männer mit unterdurchschnittlichen Fähigkeiten deutlich mehr zur Teamkommunikation beitragen als überdurchschnittlich fähige Frauen. Die Erfahrung, in einem geschlechtergemischten Team gearbeitet zu haben, wirkt sich zudem auf Frauen und Männer unterschiedlich aus. Während Frauen anschließend weniger bereit sind, in einem geschlechtergemischten Team zu kooperieren, erhöht sich diese Bereitschaft bei Männern. In der Gesamtschau weisen die Projektergebnisse darauf hin, dass geschlechtergemischte Teams zu einer stark asymmetrischen Kommunikation zum Nachteil der beteiligten Frauen neigen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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