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Koordinationsfonds
Antragsteller
Professor Dr. Bernd Löwe
Fachliche Zuordnung
Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Gastroenterologie
Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Gastroenterologie
Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Förderung
Förderung seit 2021
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 445297796
Hintergrund: Anhaltende Körperbeschwerden (persistierende somatische Symptome, PSS) treten häufig bei somatischen Erkrankungen, funktionellen Syndromen, psychischen Störungen und undiagnostizierten Erkrankungen auf. Sie belasten Betroffene, das Gesundheitssystem und die Gesellschaft. Biopsychosoziale Modelle weisen auf transdiagnostische Mechanismen hin. Zentrale Herausforderung ist die Entwicklung wirksamer Behandlungen für die Betroffenen. Ergebnisse der 1. Förderphase (FP1): FP1 identifizierte in 10 Krankheitsbildern zentrale Risikofaktoren und Mechanismen von PSS. Transdiagnostische Analysen zeigten modifizierbare Risikofaktoren wie dysfunktionale Erwartungen zur Symptomschwere, krankheitsbezogene Ängste, symptombezogene Belastungen, Depression, körperliche Inaktivität und medizinische Komorbiditäten. Diese Ergebnisse, ergänzt durch biomedizinische Befunde, ermöglichten die Entwicklung von vier mechanismenbasierten Behandlungsmodulen für FP2: SOMA.EXPECT (dysfunktionale Erwartungen), SOMA.SYMP (symptombezogene Belastungen), SOMA.COPE (Depression) und SOMA.ENGAGE (Vermeidung und Inaktivität). Ziele: FP2 verfolgt drei Hauptziele: (1) Testung modularer, mechanismenbasierter Interventionen für PSS, angepasst an Krankheitsbilder und individuelle Erfordernisse; (2) Replikation und Validierung der in FP1 identifizierten Risikofaktoren und Mechanismen; (3) Identifikation neuer biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren der Symptompersistenz. Arbeitsprogramm: Sieben Projekte (P1–P7) zu 10 Krankheitsbildern und undiagnostizierten Erkrankungen nutzen harmonisierte Therapiemodule, Instrumente und Analysen, unterstützt durch Biostatistik und Koordination, für transdiagnostische Erkenntnisse. P1–P5 prüfen in experimentellen Interventionen die Modifizierbarkeit der in FP1 identifizierten Risikofaktoren und deren Einfluss auf PSS. Prospektive Kohortenstudien (P1, P3, P4, P6, P7) validieren Vorhersagemodelle. Mikrodynamiken zwischen Symptomen und Mechanismen werden in P1–P5 und P7 untersucht. Biomarkeranalysen (Entzündung, Epigenetik, Mikrobiom, Hautproben) erfolgen in P1–P4 und P7. Die Studiendesigns reichen – je nach Evidenzstand – von Einzelfallexperimenten über Pilot-RCTs bis zu vollständig gepowerten experimentellen RCTs, ergänzt durch Bioproben und qualitative Methoden. Ein Patient:innenbeirat und ein wissenschaftlicher Beirat, beide in FP1 etabliert, begleiten FP2. Nachwuchsforschende profitieren von strukturierten Qualifikationsprogrammen; das Koordinationsprojekt fördert effiziente, integrierte und nachhaltige Zusammenarbeit. Erwartete Auswirkungen: FP2 überführt FP1-Ergebnisse in innovative therapeutische Interventionen für PSS, vertieft das Verständnis biologischer, psychologischer und sozialer Mechanismen von PSS, und evaluiert experimentelle Interventionen mit transdiagnostischer Anwendbarkeit. Bei Akzeptanz und Wirksamkeit werden die Interventionen für die Versorgung bereitgestellt, um die Behandlung von Betroffenen zu verbessern.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
