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Soziale Ungleichheiten, aggravierende Faktoren und persistierende somatische Symptome bei Reizdarmsyndrom und Endometriose: Welchen Einfluss hat die Selbsthilfe? (SO-MA.SOC.2)

Fachliche Zuordnung Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Förderung Förderung seit 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 445297796
 
Hintergrund: Reizdarmsyndrom (RDS) und Endometriose sind häufige Erkrankungen, die somatische Symptome verursachen, welche die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen. Psychosoziale und biomedizinische Faktoren tragen zur Verschlimmerung somatischer Symptome bei Erkrankungen wie RDS und Endometriose bei. Es gibt Hinweise darauf, dass soziale Ungleichheiten bei solchen aggravierenden Faktoren (AF) und der Schwere somatischer Symptome vorliegen. Aktivitäten in der Selbsthilfe (SH) haben das Potenzial, soziale Ungleichheiten zu verringern und sowohl die AF als auch den Symptomverlauf positiv zu beeinflussen. Ergebnisse der ersten Förderphase: Die SOMA.SOC-Studie hat gezeigt, dass das Ausmaß psychosozialer AF wie Gesundheitsangst, (mangelnde) Gesundheitskompetenz, Stigmatisierung und Diskriminierung sowie die Schwere somatischer Symptome signifikant mit dem sozioökonomischen Status (erfasst durch Bildung, berufliche Position, Einkommen), dem Ge-schlecht und dem Migrationshintergrund assoziiert sind. Intersektionale Analysen ergaben, dass insbesondere Personen mit einem niedrigen Einkommen von einer erhöhten Symptom-schwere betroffen sind. Ziele: Die SOMA.SOC.2 Studie verfolgt das Ziel, die Rolle von Aktivitäten in SH-Gruppen und Organisationen für die Persistenz von somatischen Symptomen und AF bei IBS und Endometriose im Kontext sozialer Ungleichheiten zu untersuchen. Arbeitsprogramm: In der Studie werden quantitative und qualitative Daten erheben. Im Hin-blick auf erstere wird eine prospektive Kohortenstudie unter Patient:innen durchgeführt, die von RDS oder Endometriose betroffen sind. Es werden N=1.500 Patient:innen einbezogen (n=750 mit RDS und n=750 mit Endometriose, von denen jeweils n=300 an der SH beteiligt sind und n=450 nicht). Online-Befragungen werden zu zwei Zeitpunkten durchgeführt: zu Beginn der Studie und nach 12 Monaten. Als Outcomes werden AF, somatische Symptome und die gesundheitsbezogene Lebensqualität erhoben. Es wird die Propensity-Score-Methode verwendet. Ergänzend werden qualitative Längsschnittinterviews durchgeführt (zu Beginn der Studie, nach 6 und nach 12 Monaten). Wir werden N=36 Patient:innen einbeziehen, von de-nen n=24 an RDS und n=12 an Endometriose leiden. Beide Teilstichproben werden nach sozioökonomischem Status, Geschlecht (im Falle von RDS) und SH-Aktivität stratifiziert. Erwartete Auswirkungen: Wir erwarten, dass Patient:innen mit IBS/Endometriose, die sich in der SH engagieren, hinsichtlich persistierender somatischer Symptome (PSS), AF und Lebensqualität im Vorteil sind. Darüber hinaus erwarten wir, dass soziale Ungleichheiten in Bezug auf AF und PSS bei diesen Patient:innen weniger ausgeprägt sind. Die Ergebnisse wer-den zu einem besseren Verständnis des Einflusses der SH-Aktivität und der Wechselwirkung mit AF von PSS beitragen. Darüber hinaus wird das Projekt weitere wertvolle Einblicke in den sozialen Kontext von PSS liefern.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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