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Weiterentwicklung der Prädiktionsmodellierung und transdiagnostischen Interventionsfor-schung bei anhaltenden somatischen Symptomen (SOMA.STATS.2)

Fachliche Zuordnung Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Epidemiologie und Medizinische Biometrie/Statistik
Förderung Förderung seit 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 445297796
 
Hintergrund: Die 1. Förderphase der Forschungsgruppe SOMACROSS 5211 hatte das Ziel, biomedizinische, psychosoziale und soziodemografische Faktoren zu identifizieren, die zu persistieren-den somatischen Symptomen (PSS) beitragen. Frühere Studien beschrieben zahlreiche Risikofaktoren und Mechanismen, jedoch meist krankheitsspezifisch und ohne transdiagnostische Perspektive. Das Z-Projekt (SOMA.STATS) schloss diese Lücke, indem es transdiagnostische von diagnosespezifischen Prädiktoren unterschied und hierfür fortgeschrittene statistische Modellierungsansätze wie Strukturgleichungsmodelle (SEM) auf Basis hochwertiger Datensätze nutzte. Ergebnisse der ersten Förderphase: In SOMA.STATS wurde eine zentrale Datenbank aufgebaut, die Daten von 1.343 Teilnehmenden aus neun von zehn Krankheitsbildern sowie 62 gesunden Kontrollen integrierte. Projektübergreifende Analysen identifizierten transdiagnostische und diagnosespezifische Prädiktoren von PSS. Ein Risikoscore wurde entwickelt, um die Schwere von PSS vorherzusagen und Hochrisikopatient:innen frühzeitig zu erkennen. Mediationsanalysen in P2 (SO-MA.GUT) zeigten, dass die Modifikation dysfunktionaler Erwartungen und krankheitsbezogener Ängste die Schwere gastrointestinaler Symptome reduzieren kann – ein Ansatzpunkt für Interventionen. Ziele: Aufbauend auf diesen Ergebnissen verlagert SOMACROSS.2 den Fokus von Beobachtungsstudien hin zur Entwicklung psychologischer Interventionen. In SOMA.STATS.2 werden Risikoscores und Modelle in neuen Kohorten validiert sowie Interventionen getestet, die auf veränderbare Mechanismen wie dysfunktionale Erwartungen, Symptombelastung, Depression und Vermeidungsverhalten abzielen. Ziel ist es, empirisch fundierte, mechanismusbasierte Interventionen für PSS über verschiedene Krankheitsbilder hinweg zu evaluieren. Arbeitsprogramm: SOMA.STATS.2 integriert Daten aus Interventions- und Kohortenstudien in einen harmonisierten Datensatz. Modelle, SEM und Risikoscores aus der 1. Förderphase werden mit neuen Daten anhand longitudinaler Modelle validiert und mit Machine-Learning-Ansätzen verglichen. Interventionseffekte werden krankheitsübergreifend mithilfe gemischter Regressionsmodelle und Single-Case-Experimental-Designs (SCED) analysiert. Zudem bietet SOMA.STATS.2 methodische Unterstützung, projektspezifische Analysen und Fortbildung für Nachwuchswissenschaftler:innen. Erwartete Auswirkungen: In der 2. Förderphase sichert SOMA.STATS.2 methodische Konsistenz und Integrität der Forschungsdaten. Risikoscores werden validiert, um vulnerable Patient:innen frühzeitig zu identifizieren. Gleichzeitig werden longitudinale Mechanismen persistierender Symptome untersucht. Durch die Evaluation von Interventionsmodulen lassen sich transdiagnostische und krankheitsspezifische Mechanismen bestimmen. Damit fördert SOMA.STATS.2 das Ziel von SOMACROSS.2: die Entwicklung empirisch fundierter, transdiagnostischer Modelle und Interventionen für PSS.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
Mitverantwortlich Professor Dr. Bernd Löwe
 
 

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