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SOMACROSS.2. Behandlung persistierender somatischer Symptome bei chronischer Nierenerkrankung: Eine personalisierte, datengestützte, mechanismenbasierte psychobehaviorale Intervention mittels Single-Case Experimental Design (SOMA.CK.2)

Fachliche Zuordnung Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Nephrologie
Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Förderung Förderung seit 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 445297796
 
Hintergrund: Chronische Nierenerkrankungen (CKD) gehen in allen Stadien mit persistierenden somatischen Symptomen (PSS) einher, die Lebensqualität und Therapieentscheidungen stark beeinträchtigen. Trotz Leitlinienempfehlungen für ein integriertes Symptommanagement sind Mechanismen und gezielte Behandlung von PSS unzureichend verstanden, sodass hoher Forschungs- und Versorgungsbedarf besteht. Ergebnisse der ersten Förderphase (FP1): In der Mixed-Methods-Kohortenstudie SOMA.CK zeigten Personen mit hoher CKD-spezifischer Symptombelastung eine geringere Lebensqualität, stärkere Beeinträchtigung, höhere psychische Belastung, ungünstigere Symptombewältigung und reduzierte Nierenfunktion. Multivariable Modelle identifizierten zentrale biopsychosoziale Prädiktoren des SOMACROSS-Arbeitsmodells, darunter Erwartungen, Depressivität, körperliche Inaktivität, Komorbidität, chronische Inflammation (suPAR) und epigenetische Mechanismen. Experimentelle und qualitative Studien bestätigten die Notwendigkeit eines gezielten biopsychosozialen Ansatzes. Ziele: SOMA.CK.2 prüft die Wirksamkeit einer personalisierten, mechanismenbasierten psychobehavioralen Intervention zur Reduktion von Symptombelastung bei CKD mithilfe eines Single-Case Experimental Designs (SCED). Gleichzeitig wird das langfristige Zusammenspiel von PSS, Nierenfunktion, psychosozialen Risikofaktoren und Biomarkern untersucht, indem die FP1-Kohorte weiterverfolgt und Prädiktoren in einer neuen Hämodialyse-Kohorte validiert werden. Arbeitsprogramm: SOMA.CK.2 kombiniert eine Kohortenstudie mit einer eingebetteten Interventionsstudie. Die Kohortenstudie untersucht Prädiktoren der Symptombelastung in der FP1-Kohorte (n = 211) nach 4 und 5 Jahren und validiert diese in der Hämodialyse-Kohorte (n = 100) zu Baseline, nach 6 und 12 Monaten. Erfasst werden biologische Faktoren (Nierenfunktion, Komorbidität, suPAR) und psychosoziale Faktoren (Erwartungen, dysfunktionale Symptombewältigung, Verhalten, psychische Belastung). Die Interventionsstudie nutzt ein repliziertes und randomisiertes Single-Case Experimental Design (SCED), bei dem Ecological Momentary Assessment (EMA) zur Ableitung personenspezifischer Netzwerke für die personalisierte Intervention dient. Zehn Personen mit hoher PSS (fünf pro Kohorte) erhalten bis zu drei Module, die (1) dysfunktionale Erwartungen, (2) maladaptive symptombezogene Prozesse und (3) Vermeidung/Inaktivität adressieren. EMA erfasst Veränderungen in Zielmechanismen, langfristige Effekte werden nach 3, 6 und 12 Monaten geprüft. Erwartete Auswirkungen: SOMA.CK.2 überführt die Erkenntnisse aus FP1 in die Praxis, präzisiert Mechanismen CKD-bedingter Symptombelastung und testet eine personalisierte Intervention. Das Projekt liefert einen Machbarkeitsnachweis für mechanismenbasierte psychobehaviorale Ansätze und informiert zukünftige klinische Studien. Es trägt zum Ziel von SOMACROSS.2 bei, datengetriebene Interventionen für chronische symptomatische Erkrankungen zu entwickeln.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
Internationaler Bezug Belgien
Mitverantwortlich(e) Dr. Nicola Wanner
 
 

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