Detailseite
Projekt Druckansicht

Dem "Jurassic monster polar shift" auf der Spur: Paläomagnetische Analysen von mittel- bis spätjurassischen Sedimentgesteinen aus Äthiopien

Antragsteller Edoardo Dallanave, Ph.D.
Fachliche Zuordnung Paläontologie
Physik des Erdkörpers
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 465492305
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Einer vorläufigen Auswahl wichtiger paläomagnetischer Pole aus der Literatur zufolge erfuhren die an die Atlantische und die Pazifische Platte grenzenden Kontinente vor 160 bis 148 Millionen Jahren gleichzeitig eine Rotation im Uhrzeigersinn um 30° um einen gemeinsamen äquatorialen Eulerpol in der Nähe der Bucht von Benin (vor der Küste Westafrikas). Dieses Ereignis wird als „Jurassic Monster Polar Shift“ (JUMPS) bezeichnet. Um dieses bedeutende geodynamische Ereignis zu analysieren, führten wir eine paläomagnetische Untersuchung wichtiger Orte in zwei kratonischen Gebieten durch, nämlich in Nordostafrika und Europa. Sedimentgesteine aus der Oberjura wurden in der Nähe von Dejen (Äthiopien) und im Steinbruch Ebermannstadt bei Bamberg (Fränkische Alb, Deutschland) beprobt. In der Nähe von Dejen wurden drei Standorte beprobt: DJ01, DJ02 und DJ03. Insgesamt wurden 246 Proben im Gelände gesammelt und ausgerichtet. Die paläomagnetischen Ergebnisse der Standorte DJ01 und DJ02 wurden in einem einzigen Datensatz kombiniert, da sie zum selben Gesteinskörper gehören. Vergleicht man den erhaltenen paläomagnetischen Pol mit Referenzdaten aus der Literatur, scheint er näher am Teil des globalen scheinbaren Polarwanderpfads (APWP) aus der frühen Kreidezeit (Aptium-Albium) zu liegen. Aufgrund der Unsicherheit der Altersbestimmung (trotz der Informationen aus der Literatur) werden die Sedimentproben derzeit auf kalkhaltigen Nannofossilgehalt untersucht. Daten vom Standort DJ03 scheinen in jüngeren Zeiten, wahrscheinlich im frühen Känozoikum, neu magnetisiert worden zu sein. In Ebermannstadt ergab die Analyse von 107 gesammelten Proben insgesamt 79 paläomagnetische Richtungen von allgemein geringer Qualität. Dennoch scheinen die berechneten paläomagnetischen Polabfälle, die in einem afrikanischen Referenzrahmen aufgezeichnet wurden, ein frühes Stadium der JUMPS abzubilden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung