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Fragmentierte Intermediation, Risikoprämien von Anleihen und Marktstabilität
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Dr. Philipp Schuster; Professorin Dr. Marliese Uhrig-Homburg
Fachliche Zuordnung
Accounting und Finance
Förderung
Förderung seit 2021
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 447617473
Die Intermediation auf dem Markt für Unternehmensanleihen hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten erheblich verändert. Zum einen ziehen sich die Handelsabteilungen großer Banken, die typischerweise gleichzeitig in verschiedenen Anlageklassen als marginale Investoren auftreten und damit die Preisbildung beeinflussen, aufgrund strengerer Regulierung zurück. Zum anderen halten Investmentfonds und ETFs, die durch ihre Anlagepolitik oft auf ein eher begrenztes Anlageuniversum beschränkt sind, einen immer größeren Anteil am gesamten ausstehenden Volumen in ihren Portfolios. In diesem Projekt untersuchen wir diese Transformation der Intermediationslandschaft – weg von Institutionen, die gleichzeitig in vielen Anlageklassen marginal sind, hin zu einer fragmentierten Intermediation mit Intermediären, die jeweils nur für bestimmte Anleihen oder Anleihemarktsegmente marginal sind. Diese Veränderungen haben erhebliche Auswirkungen auf die Preisbildung von Anleihen, die Liquidität, Risikoprämien und die Finanzstabilität. Um diese Entwicklungen besser zu verstehen, bauen wir auf der Funds & Holdings-Datenbank auf, die wir in der ersten Förderphase erstellt haben. Diese Daten ermöglichen es uns, unseren Fragilitätsindikator weiter zu verfeinern und damit die Risikobewertung auf den Märkten für Unternehmensanleihen zu verbessern. Gleichzeitig setzen wir Machine-Learning-Modelle ein, um Anleihepreise in Echtzeit zu schätzen. Da viele Unternehmensanleihen nur selten gehandelt werden, liefern diese Modelle hochfrequente Preisprognosen, die die Risikobewertung unterstützen und eine tiefere Analyse des Marktverhaltens ermöglichen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Rückwirkungen von Unternehmensanleihe-ETFs auf die zugrunde liegenden Anleihen. Wir analysieren die Rolle und Entscheidungen der sogenannten Authorized Participants, die den ETF-Handel erleichtern und die Marktliquidität beeinflussen. Abschließend integrieren wir Anleihehändler in einen Ansatz zur nachfragebasierten Bestimmung von Wertpapierpreisen. Über die deskriptive Analyse hinaus, ermöglicht ein solcher Ansatz die Rolle der Händler und deren Einfluss auf die Marktdynamik noch präziser zu erfassen.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
Teilprojekt zu
FOR 5230:
Finanzmärkte und Friktionen - ein intermediärsbasierter Ansatz im Asset Pricing
Internationaler Bezug
Kanada
Kooperationspartnerin
Professorin Aleksandra Rzeznik, Ph.D.
