Detailseite
Projekt Druckansicht

Charakterisierung von Asset Pricing Anomalien

Fachliche Zuordnung Accounting und Finance
Förderung Förderung seit 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 447617473
 
Unser Projekt untersucht die ökonomischen Mechanismen hinter Asset-Pricing-Anomalien, also systematischen Mustern in den durchschnittlichen Renditen von Aktien. Dabei stehen insbesondere Kapitalmarktfriktionen sowie das Handelsverhalten von Investoren auf Aktien- und Optionsmärkten im Mittelpunkt. Die Intermediary-Asset-Pricing-Theorie besagt, dass Kapitalbeschränkungen für Finanzintermediäre eine zentrale Rolle bei der Erklärung der Querschnittsvariation von Aktienrenditen spielen. Darüber hinaus diskutiert die Asset-Pricing-Literatur eine Reihe weiterer Friktionen, die zur Persistenz von Anomalien beitragen könnten, darunter Liquiditäts- und Leerverkaufsbeschränkungen. Investoren können nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch über den Optionsmarkt gegen Anomalien handeln, indem sie Optionsportfolios erwerben, die ihre gewünschten Aktienpositionen nachbilden. Da Aktien- und Optionsmärkte unterschiedlichen Friktionen unterliegen, vergleichen wir die Preise von Aktien mit denen ihrer replizierenden Optionsportfolios. Unser Ziel ist es zu analysieren, wie die Preisunterschiede im Querschnitt mit Anomaliesignalen zusammenhängen. Die Demand-based Option-Pricing-Theorie legt nahe, dass der Nachfragedruck von Optionsendnutzern die Optionspreise beeinflussen kann, wenn Market Maker ihre Positionen nicht vollständig absichern können. Unsere bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Anomalien im Optionsmarkt im Durchschnitt schwächer ausgeprägt sind als im Aktienmarkt. Dies deutet darauf hin, dass Investoren gezielt Optionen nachfragen, mit denen sie von Anomalien profitieren können. Der Unterschied in der Stärke von Anomalien zwischen Aktien- und Optionsmarkt ist dabei dann am größten, wenn Kapitalrestriktionen für Intermediäre besonders streng sind. In der zweiten Förderphase möchten wir untersuchen, ob diese Muster eher durch Veränderungen in der Nachfrage oder im Angebot entstehen. Einerseits könnte eine Kapitalverknappung dazu führen, dass große Finanzintermediäre weniger zur Effizienz des Aktienmarktes beitragen, wodurch Fehlbewertungen zunehmen und die Nachfrage nach Optionen auf fehlbewertete Aktien steigt. Andererseits könnte eine Einschränkung der Eigenkapitalressourcen dazu führen, dass Intermediäre in ihrer Rolle als Market Maker das Angebot am Optionsmarkt reduzieren. Ein weiterer Schwerpunkt unseres Projekts liegt auf der Rolle von Informationsfriktionen als Ursache für Fehlbewertungen. Begrenzter Zugang zu Informationen kann dazu führen, dass Marktteilnehmer falsche Erwartungen über zukünftige Zahlungsströme entwickeln, was systematische Preisverzerrungen begünstigt. In diesem Zusammenhang analysieren wir insbesondere die Rolle von Finanzintermediären wie Analysten und deren Prognosefehler. Zahlreiche Studien zeigen, dass systematische Fehler in Analystenschätzungen mit Aktienrenditen zusammenhängen. Unser Ziel ist es, den Einfluss dieser Prognosefehler auf die Entstehung von Asset-Pricing-Anomalien detaillierter zu untersuchen.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung