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Der marine Stickstoffkreislauf in einer sich erwärmenden Welt: Anhaltspunkte aus der Vergangenheit, Lehren für das Anthropozän (NITROCENE-2)
Antragsteller
Dr. Alfredo Martínez García
Fachliche Zuordnung
Paläontologie
Förderung
Förderung von 2022 bis 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 468591845
Es wird erwartet, dass der globale Stickstoffkreislauf des Meeres in diesem Jahrhundert — als Konsequenz sowohl der Beschleunigung der anthropogenen Stickstoffeinträge, als auch der globalen Klimaerwärmung — verstärkt unter Druck geraten wird. Allerdings bleiben die Wechselwirkungen und Rückkoppelungsmechanismen der unterschiedlichen Komponenten des Stickstoffkreislaufs als Reaktion auf menschliche Störeinflüsse ungewiss. Zumindest ein Teil der bestehenden Unsicherheit ist auf die Knappheit und die relativ kurze Zeitspanne der verfügbaren direkten Beobachtungen zurückzuführen. Der Mangel an Informationen über die Vergangenheit kann die Interpretation aktueller Beobachtungen dadurch beeinträchtigen, dass eine Zuordnung zu natürlichen Vorgängen oder anthropogenen Störungen des Systems erschwert wird. Mit diesem Antrag für die zweite Phase des Schwerpunktprogramms (NITROCENE-2) beabsichtigen wir, fossilisierte Korallen zu nutzen, um die Rekonstruktion dieser Prozesse um mehrere Jahrhunderte zu erweitern und mögliche Änderungen der zugrundeliegenden Mechanismen mit unterschiedlichen klimatischen Rahmenbedingen im Holozän zu untersuchen. Insbesondere wollen wir Informationen über die mittelholozäne Warmzeit gewinnen. Diese Periode vor ca. 6000 Jahren ist die jüngste Zeit der Erdgeschichte, in der globale Temperaturen für einen längeren Zeitraum über dem präindustriellen Niveau lagen und wird als nützliches geologisches Analog zur unmittelbaren Zukunft angesehen. Daher haben die geplanten Rekonstruktionen im Rahmen von NITROCENE-2 das Potential, neue Erkenntnisse über die Auswirkungen anhaltender Erderwärmung auf die jährliche und dekadische Variabilität von Denitrifikation und Stickstofffixierung in der Wassersäule zu generieren.
DFG-Verfahren
Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug
Großbritannien
Kooperationspartner
Professor Dr. Jens Zinke, Ph.D.
