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Vulnerabilität von Studierenden in Zeiten der Corona-Pandemie - nimmt die soziale Ungleichheit im Studium zu?

Antragsteller Dr. Markus Lörz
Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Bildungssysteme und Bildungsinstitutionen
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 470278283
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt "Vulnerabilität von Studierenden in Zeiten der Corona-Pandemie" hat sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit sich infolge der COVID-19 Pandemie die sozialen Ungleichheiten in der Studiendauer, der Studienabbruchintention sowie der mentalen Gesundheit verändert haben. Neben Ungleichheiten nach sozialer Herkunft, Geschlecht und Migrationshintergrund wurden auch der Elternstatus und Gesundheitszustand der Studierenden in den Analysen berücksichtigt. Die Ergebnisse des Projekts machen deutlich, dass in der Phase der COVID-19 Pandemie die sozialen Ungleichheiten in der Abbruchintention von verschiedenen Studierendengruppen merklich zugenommen haben. Insbesondere Studierende mit Kind und Studierende mit studienerschwerender Beeinträchtigung standen zu Zeiten der COVID-19 Pandemie vor einer erschwerten Studiensituation (Lörz, 2022; Koopmann et al., 2023). Die Ursachen sind jedoch je nach betrachtetem Studierendenmerkmal unterschiedlich: Während Unterschiede nach sozialer Herkunft auf veränderte finanzielle Bedingungen zurückzuführen sind (Lörz & Becker, 2022), zeigen sich bei den Unterschieden nach Migrationshintergrund zwei gegenläufige Prozesse: Internationale Studierende beabsichtigen häufiger aufgrund von eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten das Studium abzubrechen, während einheimische Studierende eher aufgrund der eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten einen Studienabbruch intendieren (Marczuk & Lörz, 2024). Die größten Unterschiede in den Studienabbruchintentionen bestehen zwischen Studierenden mit und ohne studienerschwerende(r) Beeinträchtigung. Insbesondere Studierende mit psychischer Beeinträchtigung weisen zu Zeiten der COVID-19 Pandemie ein erhöhtes Abbruchrisiko auf (Rußmann et al., 2023). Im Hinblick auf die mentale Gesundheit zeigen die Ergebnisse, dass vor allem Studentinnen ein höheres Burnout-Risiko tragen. Dieses lässt sich maßgeblich durch die geringere Resilienz von weiblichen Studierenden erklären (Rußmann et al., in Bearbeitung). Insgesamt geht aus den verschiedenen Analysen hervor, dass die sozialen Ungleichheiten in der Studienabbruchintention im Zuge der COVID-19 Pandemie zugenommen haben. Die Ursachen variieren jedoch je nach betrachtetem Ungleichheitsmerkmal. Um in Krisenzeiten eine Zunahme sozialer Ungleichheiten zu verhindern, sind demnach Unterstützungsmaßnahmen erforderlich, die an die Bedarfe verschiedener Studierendengruppen angepasst werden. Mit finanziellen Unterstützungsangeboten wird beispielsweise nur ein Teil der sozialen Ungleichheiten adressiert - die für manche Studierende erschwerte Lehr- und Unterstützungssituation bleibt davon unberührt. Mit Blick auf die Frage, wie das künftige (digitale) Studium gestaltet werden sollte, um eine Zunahme sozialer Ungleichheiten im Studium zu verhindern, zeigen die Projektpublikationen verschiedene Ansatzpunkte auf.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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