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Visueller und nicht-visueller Ausdruck von Perspektive II

Fachliche Zuordnung Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung Förderung seit 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 502020307
 
Das Projekt "Visual and non-visual means of perspective taking in language II" untersucht, wie Perspektive in multimodaler Kommunikation in Sprache, Gestik und Bild gleichzeitig und unterschiedlich ausgedrückt werden kann. Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Projektphase, in der sich zeigte, dass Gestik und Sprache nicht notwendigerweise perspektivisch aufeinander abgestimmt sind, verfolgt die zweite Phase das Ziel, eine formale Theorie sogenannter Demonstrationen (z. B. Gesten, Emojis, Memes) zu entwickeln. Es wird angenommen, dass Demonstrationen im Kern perspektivabhängig sind. Im Zentrum steht die Frage, wie Gesten und Bilder ikonische Informationen beitragen, welche Aspekte dieser Demonstrationen tatsächlich bedeutungstragend (depiktiv) sind und wie sie mit gesprochenen oder geschriebenen sprachlichen Inhalten interagieren. Dabei werden auch theoretische Unterscheidungen wie zwischen prototypischen und nicht-prototypischen Gesten oder zwischen objekt- und konzeptbezogener Interpretation weiterentwickelt. Gleichzeitig wird untersucht, wie sich visuelle Inhalte in Kombination mit Sprache - etwa in politischen Memes - interpretieren lassen, welche Bildelemente als relevant gelten und wie diese zum Gesamtausdruck von Haltung oder Emotion beitragen. Das Projekt umfasst vier verschiedene Arbeitspakete: (1) untersucht Perspektivübernahme in Gesten, (2) in Bild-Text-Kombinationen wie Memes, (3) entwickelt eine formale Semantik demonstrativer Akte, und (4) widmet sich experimentell der Frage, wann visuelle Inhalte als zentral, also at-issue, gelten. Ein besonderer Fokus liegt auf der methodischen Weiterentwicklung von Diagnostik zur Bedeutungstragung in der visuellen Modalität – etwa durch Reaktionszeitexperimente, die sprachliche und gestische Inhalte systematisch vergleichen. Ziel ist es, ein integriertes, theoretisch fundiertes und empirisch abgesichertes Modell multimodaler Perspektivübernahme zu entwickeln. Damit leistet das Projekt einen innovativen Beitrag zur formalen Semantik, zur experimentellen Pragmatik und zur interdisziplinären Erforschung visueller Kommunikation.
DFG-Verfahren Schwerpunktprogramme
 
 

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