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Konsumentenverhalten und Suche auf Plattformen

Fachliche Zuordnung Wirtschaftstheorie
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung seit 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 462020252
 
Das Suchverhalten der Konsumenten und die Reaktionen der Unternehmen auf dieses Verhalten sind ein sehr wichtiges Thema, das die Effizienz der Märkte beeinflusst. Dies gilt insbesondere für Online-Plattformen, da sie die Suche der Konsumenten erheblich erleichtert haben. Eine Plattform hat allerdings Anreize, die Konsumenten auf die von ihr bevorzugten Suchergebnisse zu lenken, da sie Provisionen für Verkäufe kassiert. Diese Anreize sind jedoch nicht notwendigerweise mit den Interessen der Konsumenten vereinbar, was Verbraucherschutz und Regulierung erforderlich machen kann (z.B. EU-Gesetz zum Digital Markets Acts, 2020, und ähnliche US-Gesetze, 2021). In diesem Projekt möchten wir ein Modell des Plattformmarktes entwickeln, das die Gatekeeper-Rolle von Plattformen bei der Bereitstellung von Produktinformationen für die Konsumenten und das Suchverhalten der Konsumenten explizit berücksichtigt. Wir planen, verschiedene Instrumente zur Lenkung der Konsumenten im Hinblick auf ihre Wettbewerbswirkungen zu analysieren. Zu diesen Instrumenten gehören verschiedene Ranking-Kriterien in der Auflistung der Treffer bei einer Suche sowie unterschiedliche Standardeinstellungen für die Suche. Wir berücksichtigen, dass die Auswahlmöglichkeiten der Konsumenten durch die Suchregeln einer Plattform bestimmt werden und dass die Suche durch die Bildung inkorrekter Referenzpunkte verzerrt sein kann. All diese Faktoren können von Plattformen potenziell ausgenutzt werden. Wir wollen im Detail untersuchen, wie die Beliefs der Konsumenten über den Ranking-Mechanismus die Suche der Konsumenten nach dem besten Match beeinflussen. Wir wollen ein Suchmodell entwickeln, das flexibles Konsumentenverhalten zulässt und entweder Wissen oder Unwissenheit über Provisionsgebühren einschließt. Unser Ziel ist es, einen Rahmen zu schaffen, der es uns ermöglicht, die potenziellen Wohlfahrtswirkungen von verzerrten Konsumentenbeliefs über Ranking-Kriterien abzuleiten und verschiedene wettbewerbspolitische Instrumente im Hinblick auf ihre Wirksamkeit bei der Verringerung von Wohlfahrtsverzerrungen auf dem Markt der Ranking-Websites zu bewerten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie transparente Informationen über Ranking-Kriterien die Suche der Konsumenten verändern. Wir planen auch eine Analyse der Filterkriterien von Plattformen. Die Hervorhebung von bestimmten Attributen veranlasst die Konsumenten, diesen Attributen beim Produktvergleich mehr Bedeutung beizumessen, was die Suche erleichtern kann. Allerdings müssen die Konsumenten Zeit aufwenden, um potenziell wichtige Eigenschaften dieser Produkte zu entdecken, die nicht in den Filtern aufgeführt sind. Die Auswahl der Filter wird wiederum durch die Beliefs der Konsumenten bestimmt, wie Plattformen ihre jeweiligen Filter und Rankings auswählen. Wir möchten einen allgemeinen Modellrahmen für die Konsumentensuche entwickeln, der die Wohlfahrtswirkungen dieser Effekte klar herausarbeitet.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
Internationaler Bezug Italien
Mitverantwortlich Professor David Ronayne, Ph.D.
 
 

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