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EXC 3066:  Adaptives Verhalten

Fachliche Zuordnung Psychologie
Neurowissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 533717223
 
Das Ziel von The Adaptive Mind ist es, das wissenschaftliche Verständnis der Anpassungsfähigkeit menschlichen Verhaltens zu transformieren. Unsere Ergebnisse werden nicht nur eine der fundamentalsten Fragen der Psychologie beantworten, sondern auch neue Wege für individualisierte Ansätze zu psychischer Gesundheit und die Etablierung robuster, Künstlicher Intelligenzsysteme eröffnen. Anpassungsfähiges Verhalten stellt vermutlich eine der größten Leistungen des Menschen dar. Während Künstliche Intelligenzsysteme Probleme innerhalb genau festgelegter Bereiche lösen können, besitzen wir die herausragende Fähigkeit, uns ständig an eine dynamische und unsichere Welt anzupassen und Herausforderungen zu meistern, mit denen wir noch nie zuvor konfrontiert waren. Wenn wir als Kind lernen, wie die Welt funktioniert, wenn wir komplexe Alltagsaufgaben lösen oder im Erwachsenenalter mit Stress umgehen müssen, gelingt uns dies durch Adaptation. Sie beeinflusst jede Ebene unseres Verhaltens, von grundlegenden sensorischen Prozessen bis hin zu langfristigen Veränderungen beim Erwerb hochspezialisierter Fertigkeiten. Adaptation bestimmt unseren Erfolg, während Maladaptation vermutlich der Schlüssel zu vielen Aspekten der Psychopathologie ist. Wir nehmen an, dass adaptives Verhalten auf einer Reihe universeller Prinzipien beruht, die über Kontexte und Skalen hinweg wirksam werden. Entsprechend gliedert sich unser Forschungsprogramm in fünf eng verknüpfte Schlüsselbereiche, die auf verschiedenen grundlegenden Anpassungsmechanismen beruhen: Regulierung, Kausalität, Kategorisierung, Vorhersage und Reziprozität. Strukturell unterstützen drei institutionsübergreifende Einrichtungen unser Forschungsprogramm: ein DataHub für Open Science, ein TrainingHub für Karriereentwicklung und ein OutreachHub für bidirektionalen Wissenstransfer. Aufbauend auf unserer Kernexpertise in Wahrnehmung und Handlung kombiniert The Adaptive Mind modernste Forschungsansätze aus Psychologie und Verhaltenswissenschaften mit Analyse- und Modellierungsmethoden der Künstlichen Intelligenz, um die kontinuierliche Anpassung des menschlichen Verhaltens zu messen und zu modellieren. Wir erforschen Wahrnehmen, Denken und Handeln in realen und virtuellen Welten, während Probandinnen und Probanden komplexe Alltagsaufgaben ausführen und ihr Verhalten flexibel an verschiedene Anforderungen und Kontexte anpassen. Wir wollen verstehen, wie Anpassungsprozesse über Individuen und die Lebensspanne hinweg variieren und wie Anpassungsdefizite die psychische Gesundheit beeinflussen. The Adaptive Mind wird unser Verständnis von Anpassung und ihrer Auswirkung auf Wahrnehmen, Denken und Handeln grundlegend verändern. Unsere Erkenntnisse werden in experimentell überprüfte Computermodelle implementiert, die sowohl Erfolge als auch Grenzen des menschlichen Verhaltens simulieren, vorhersagen und erklären, um so Künstliche Intelligenzsysteme mit der Robustheit und Flexibilität menschlichen Verhaltens auszustatten.
DFG-Verfahren Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution Justus-Liebig-Universität Gießen
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler Professor Dr. Frank Bremmer; Professorin Georgia Chalvatzaki, Ph.D.; Professorin Dr. Katharina Dobs; Professorin Katja Doerschner-Boyaci, Ph.D.; Professor Dominik M. Endres, Ph.D.; Professor Karl Reiner Gegenfurtner, Ph.D.; Dr. Mareike Grotheer; Professor Benjamin de Haas, Ph.D.; Professor Dr. Martin Hebart; Professor Dr. Stefan Hofmann; Professor Daniel Kaiser, Ph.D.; Professor Dr. Kristian Kersting; Professor Dr. Tilo Kircher; Professor Jan Reinhard Peters, Ph.D.; Professor Winfried Rief, Ph.D.; Professor Stefan Roth, Ph.D.; Professor Dr. Constantin Rothkopf; Professor Dr. Alexander Christian Schütz; Professorin Dr. Yee Lee Shing; Professor Dr. Jochen Triesch; Professorin Dr. Melissa Le-Hoa Vo; Professor Thomas Wallis, Ph.D.; Professorin Dr. Angela Yu
 
 

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