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EXC 3113:  Cluster für Nukleinsäureforschung und -technologien – NUCLEATE

Fachliche Zuordnung Grundlagen der Biologie und Medizin
Medizin
Mikrobiologie, Virologie und Immunologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 533767322
 
Die Nukleinsäureforschung hat in den letzten Jahren bahnbrechende Erkenntnisse über grundlegende Mechanismen der Biologie geliefert. Ursprünglich primär als Träger genetischer Information betrachtet, wissen wir heute, dass Nukleinsäuren darüber hinaus eine aktive Rolle, unter anderem als Katalysatoren enzymatischer Reaktionen, als strukturelle Komponenten makromolekularer Komplexe, als Leit- und Gerüststrukturen, als Regulatoren und sogar als Signalmoleküle und Liganden, spielen können (Nukleinsäuren als „Subjekte“). Analog zur Proteinwelt existiert ein ausgeklügeltes Netzwerk von Signalwegen und eine wachsende Zahl von Protein-Interaktionspartnern, welche die Biogenese, Funktion und Homöostase sowohl kodierender als auch nicht-kodierender Nukleinsäuren regulieren. Hier zeichnet sich ein noch weitgehend unerforschtes Spektrum chemischer Modifikationen von Nukleinsäuren ab, die dramatische Auswirkungen auf die Aktivität dieser Biomoleküle haben (Nukleinsäuren als „Objekte“). Gleichzeitig erleben wir derzeit eine Revolution in der biotechnologischen und medizinischen Anwendung von Nukleinsäuren (Nukleinsäuren als „Werkzeuge“). Die Basis für diese Erfolge lässt sich in der Grundlagenforschung verorten, wie etwa die Entdeckung der RNA-Interferenz in Fadenwürmern oder der RNA-basierten CRISPR/Cas-Systeme in Bakterien. Was einst als „Nischenentdeckung“ begann, ist dabei, die Medizin grundlegend zu verändern. Wir sehen es als vordringliche Aufgabe der deutschen biomedizinischen Forschung an, sich in diesem zentralen und zukunftsträchtigen Forschungsgebiet der Nukleinsäuren international wettbewerbsfähig zu positionieren. Um das große Potenzial dieses Gebiets zu erschließen, beantragen wir NUCLEATE – das Cluster für Nukleinsäureforschung und -technologien. NUCLEATE wird erstmals einen ausschließlich auf Nukleinsäuren fokussierten Ansatz verfolgen, in der Nukleinsäuren als Subjekt, Objekt und Werkzeug betrachtet werden. Dieses holistische Konzept erfordert sowohl eine hohe Interdisziplinarität als auch technologische Breite, die von einer einzelnen Universität nicht abgebildet werden kann. Aus diesem Grund haben sich LMU, TUM und JMU zusammengeschlossen, die komplementär ein breites Spektrum an Nukleinsäure-Technologien und Forschungsfeldern - von Viren und Bakterien bis hin zum menschlichen System - abdecken. Durch diesen Zusammenschluss erwarten wir bedeutende Synergien, die unsere Forschung und deren Translation auf eine neue Ebene bringen werden. Neben den wissenschaftlichen Zielen ist NUCLEATE auch der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie der Chancengleichheit und Diversität auf allen Ebenen verpflichtet. Darüber hinaus wird NUCLEATE den wissenschaftlichen Diskurs mit der Gesellschaft und verschiedenen Interessengruppen, einschließlich betroffener Patientinnen und Patienten, führen. Das übergeordnete strategische Ziel von NUCLEATE ist der Aufbau eines weltweit führenden Zentrums für Nukleinsäureforschung und -technologie.
DFG-Verfahren Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 

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