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GRK 3095: Protektive und pathogene Antikörperantworten an Barriereorganen
Fachliche Zuordnung
Medizin
Mikrobiologie, Virologie und Immunologie
Mikrobiologie, Virologie und Immunologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 536328816
Infektionen, allergische und autoinflammatorische Erkrankungen in Organen mit immunologischen Barrieren wie Darm, Lunge oder Haut sind weit verbreitet und stellen eine große Belastung für unser Gesundheitssystem dar. B-Zellen können Antikörper mit einer Vielzahl verschiedener Funktionen bilden. Abhängig von der Antikörperklasse und molekularen Modifikationen können diese entweder vor Krankheiten schützen, oder diese auslösen. Die Mechanismen durch die B-Zell-Reaktionen in immunologischen Barriereorganen ausgelöst und aufrechterhalten werden, und die Art und Weise wie Antikörper ihre unterschiedlichen Funktionen vermitteln, wurden bislang nur teilweise aufgeklärt. Das Graduiertenkolleg (GRK) „Schützende und pathogene Antikörperantworten an Barriereorganen“ beschäftigt sich mit diesen Fragen im Kontext von Immunschutz, allergischen und autoinflammatorischen Erkrankungen. Die Kernidee des Graduiertenkollegs stammt aus dem Forschungsumfeld der Universitäten Lübeck (UzL) und Kiel (CAU). An beiden Standorten wurde die Erforschung von Entzündungen an Barriereorganen als zentrales Forschungsthema im gemeinsamen Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces“ entwickelt und im Exzellenzcluster „PMI - Precision Medicine in Chronic Inflammation“ fortgeführt. Das Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs kombiniert die Expertise der beiden Universitäten auf dem Gebiet der Entzündung an Grenzflächen mit der spezifischen Expertise der ausgewählten Projektleiter des GRK im Bereich B-Zellen und Antikörper. Um der zunehmenden Komplexität der Datenanalyse in der B Zell-Forschung im Besonderen und in den Biowissenschaften und der Medizin im Allgemeinen gerecht zu werden, integriert das Forschungsprogramm ein bioinformatisches Projekt zur Entwicklung von Deep Learning unterstützter Analyse von B Zell Populationen. Diese Maßnahme führt auch zu Kooperationen zwischen Stipendiaten aus den Bereichen Biowissenschaften/Medizin und Bioinformatik und fördert so das Erlernen interdisziplinärer Kommunikation. Das Qualifizierungsprogramm baut auf Strukturen auf, die in unseren bisherigen GRKs und den zentralen Serviceeinrichtungen für die strukturierte Nachwuchsförderung, dem „Center for Doctoral Studies“ (CDSL) an der UzL und dem Graduiertenzentrum der CAU (GCKU), entwickelt wurden. Erstmalig umfasst das neue GRK auch eine strukturierte Ausbildung in der bioinformatischen Datenanalyse, einer Kompetenz die in den Biowissenschaften und der Medizin zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die von unseren Exzellenzclustern geschaffenen Plattformen bilden eine solide Grundlage für den erfolgreichen und zeitnahen Abschluss der Promotionsprojekte und für die Gewinnung neuer Erkenntnisse der Regulation der Antikörperantwort. Insgesamt kombiniert das neue GRK ein fokussiertes, interdisziplinäres und klinisch relevantes Forschungsprogramm mit einem Ausbildungsprogramm, das die bestehenden und erfolgreichen Qualifizierungsmaßnahmen an die wachsenden Anforderungen der Datenanalyse anpasst.
DFG-Verfahren
Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution
Universität zu Lübeck
Mitantragstellende Institution
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Sprecher
Professor Dr. Rudolf Manz
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler
Privatdozentin Dr. Katja Bieber; Professor Dr. Hauke Busch; Professorin Dr. Stefanie Derer; Professor Dr. Marc Ehlers; Privatdozentin Dr. Anke Fähnrich; Professor Dr. Guido Heine; Professor Dr. Andreas Hutloff; Professor Dr. Peter Lamprecht; Professor Dr. Ralf Joachim Ludwig; Privatdozentin Dr.-Ing. Antje Müller; Professor Dr. Matthias Peipp
