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Erythropoietin und "Trained Immunity" in Nierentransplantation

Antragstellerin Dr. Nina Görlich
Fachliche Zuordnung Nephrologie
Förderung Förderung in 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 544636199
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt “Erythropoietin und "Trained Immunity" in Nierentransplantation” untersucht die Wirkungen einer Erythropoietin (EPO)-Therapie auf das Immunsystem in Patient:innen mit Nierentransplantation. EPO ist als Medikament seit >40 Jahren zur Förderung der Bildung von roten Blutkörperchen zugelassen. Neuere Studien im Mausmodell haben gezeigt, dass EPO neben der Blutbildung auch Effekte auf das Immunsystem hat, die in Mäusen mit Herztransplantation das Transplantatüberleben verlängern. Im Menschen konnten Wirkungen von EPO auf das Immunsystem bisher in Dialysepatient:innen und Patient:innen mit einer Lebererkrankung gezeigt werden. Auch hier zeigten sich Effekte auf das Immunsystem, die eine Immunantwort dämpfen, bzw. eine Immuntoleranz fördern. Ein solcher Effekt wäre in nierentransplantierten Patient:innen besonders wünschenswert, da hierdurch das Risiko einer Organabstoßung und auch potentiell die immunsuppressive Medikation reduziert werden könnten. Da nierentransplantierte Patient:innen bei Blutarmut eine EPO-Therapie erhalten, untersucht das Projekt die Wirkungen von EPO in dieser Patient:innengruppe. In diese Studie wurden 34 nierentransplantierte Patient:innen eingeschlossen, die einen medizinischen Grund für den Beginn einer EPO-Therapie hatten (Blutarmut), mind. 3 Monate zuvor kein EPO erhalten hatten und eine stabile Nierentransplantatfunktion aufwiesen. Blut- und Urinproben wurden zweimalig vor EPO-Therapiebeginn entnommen (2 Baseline-Proben) und 4 Wochen nach EPO-Therapie. Die EPO-Therapie erfolgte einmal wöchentlich. Zunächst wurden die Effekte von EPO auf Immunzellen in vitro getestet, indem EPO zu Zellen von gesunden Spender:innen hinzugegeben wurde. Im Anschluss wurden die Effekte von EPO auf Immunzellen von nierentransplantierten Patient:innen ohne EPO-Therapie getestet, indem EPO zu diesen Zellen im Labor hinzugegen wurde. Mit diesen Experimenten konnte die direkte Wirkung von EPO auf spezifische Immunzellen untersucht werden und eine Untersuchungsmethode mithilfe eines durch unseren Kollaborationspartner designten Sensor entwickelt werden. Im Anschluss wurden die Blutproben der oben beschriebenen Patientenkohorte mit dem etablierten Protokoll untersucht. Ebenfalls wurden die Urinproben der Patient:innen zu den unterschiedlichen Probenzeitpunkten im Hinblick auf Immunzellen im Urin analysiert. Die zuvor beschriebenen Effekte durch EPO auf das Immunsystem konnten wir auch in dieser Patient:innengruppen zeigen. Ein in anderen Patient:innengruppen beschriebener Anstieg der sogenannten „Toleranzzellen“ ließ sich nicht nachweisen, was möglichweise an der immunsuppressiven Medikation liegt. Wir konnten zeigen, dass EPO auf verschiedenen Immunzellen unterschiedliche Wirkungen hat und den Stoffwechsel verändert. Diese Veränderungen führen zu einer reduzierten Entzündungsreaktion, wenn diese Zellen stimuliert werden (z.B. durch einen Infekt oder durch fremdes Gewebe, wie es bei Organtransplantation der Fall ist). Im Urin zeigte sich ein Rückgang von Zellen, die sonst mit einer Organabstoßung assoziiert sind. Zusammenfassend zeigen diese Ergebnisse, dass die dämpfenden Wirkungen von EPO auf Immunzellen auch in Patient:innen mit Nierentransplantation nachzuweisen sind und potentiell für individualisierte Konzepte zur Immunsuppression genutzt werden könnten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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