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GRK 3135:  ACME - Aktivierung zellulärer antimikrobieller Effektoren

Fachliche Zuordnung Mikrobiologie, Virologie und Immunologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 545432704
 
Infektionen gehören global zu den häufigsten Erkrankungen und stellen eine hohe sozio-ökonomische Belastung dar. Trotz Fortschritten bei der Prävention und Therapie von Infektionen zählen sie weltweit nach wie vor zu den führenden Todesursachen. Ein besonderes Problem stellen dabei die zunehmende Antibiotikaresistenz von Bakterien und der Mangel an effektiven antiviralen Medikamenten dar. So sind insbesondere bei intrazellulären Infektionen durch fakultativ intrazelluläre Bakterien sowie durch Viren neue therapeutische Ansätze erforderlich. Dieses GRK verfolgt die zentrale Hypothese, dass sich zellintrinsische Abwehrmechanismen aktivieren bzw. modulieren lassen, um intrazelluläre Pathogene effektiver zu kontrollieren. Um dieses Potential zu nutzen, ist das wissenschaftliche Ziel des GRK die Identifizierung und Charakterisierung neuartiger, modulierbarer zellulärer Effektoren, welche (i) den Erreger direkt erkennen, kontrollieren oder eliminieren, (ii) den Erreger daran hindern zellintrinsische Abwehrmechanismen zu umgehen, oder (iii) den Zelltod der infizierten Zelle regulieren. Da die schützenden zellulären Mechanismen pathogen- und wirtszell-spezifisch sind und um Synergien bei der Untersuchung der komplexen und sich gegenseitig regulierenden Mechanismen zu nutzen, liegt der Schwerpunkt auf Infektionen des Menschen durch Alphaherpes- und Influenzaviren sowie auf Bakterien, bei denen intrazelluläre Infektionen ein wesentlicher Teil der Pathogenese sind. Die 13 beteiligten Wissenschaftler, deren Expertisen sich synergistisch ergänzen, wenden in den 10 Projekten gemeinsam innovative High-End-Omics-Techniken in Kombination mit modernsten Methoden der Bioinformatik, Zell- und Molekularbiologie sowie Biochemie in Verbindung mit künstlicher Intelligenz ein. Die experimentell identifizierten schützenden Wirtszellmechanismen werden in relevanten Infektionsmodellen wie menschlichen Organoiden, induzierten pluripotenten Stammzellen und primären menschlichen Zellen validiert. Die Zukunft dieses dynamischen Forschungsgebiets hängt davon ab, dass die nächste Wissenschaftlergeneration von Naturwissenschaftlern und Ärzten exzellent in den innovativen wissenschaftlichen Techniken und Soft Skills ausgebildet wird. Das umfangreiche Qualifizierungsprogramm des GRK integriert daher in seinem Curriculum die strukturierte gemeinsame Ausbildung von naturwissenschaftlichen und medizinischen Doktoranden sowie Early-Career Medical und Clinician Scientists kombiniert mit einer zielgerichteten, individuellen Karriereförderung. Die Internationalität des GRKs, sowohl in den wissenschaftlichen Projekten als auch im Qualifizierungsprogramm, wird durch die internationale Zusammensetzung der Gruppe der beteiligten Wissenschaftler sowie die intensive Zusammenarbeit mit renommierten Infektionsforschern unterstützt.
DFG-Verfahren Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution Medizinische Hochschule Hannover
 
 

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