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GRK 3136:  Neuropsychiatrische Sequelae von Infektionserkrankungen – NEURINFECT

Fachliche Zuordnung Neurowissenschaften
Medizin
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 545535395
 
Postinfektiöse neuropsychiatrische Sequelae (NPI) werden zunehmend als bedeutende Ursache für Schädigungen des Gehirns und Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit erkannt. Im Gegensatz zu der Häufigkeit und Relevanz von NPI ist unser gegenwärtiges Verständnis der zugrunde liegenden Ursachen sehr begrenzt, und therapeutische Optionen fehlen. Insbesondere besteht ein Mangel an interdisziplinären Forschungsgruppen, die Expertise in Infektionsmedizin, Neurologie und Psychiatrie integrieren. Hierdurch ist es für junge Wissenschaftler schwer möglich, wesentliche Forschungserfahrung und Fähigkeiten in diesem relevanten und vielversprechenden Forschungsbereich zu erwerben. NEURINFECT zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem es eine einzigartige interdisziplinäre Forschungs- und Ausbildungsumgebung für Doktoranden der Naturwissenschaften (PhDs) und Humanmedizin (MDs) schafft und die gesamte translationswissenschaftliche Forschungskette zu postinfektiösen neuropsychiatrischen Folgen abdeckt. Das NEURINFECT Forschungskonzept umfasst mechanistische Forschung an Tiermodellen, multimodale klinische Forschung bis zur Validierung der gewonnenen Erkenntnisse im klinischen Alltag. NEURINFECT ist an der Schnittstelle von Infektionsmedizin, Immunologie, Neurologie und Psychiatrie positioniert und zielt darauf, Mechanismen zu enthüllen, die die kausale Beziehung zwischen schweren Atemwegsinfektionen und NPI vermitteln. Die translationale Forschungsagenda integriert präklinische und klinische Expertise über diverse Disziplinen hinweg. Die Kernhypothese von NEURINFECT ist, dass Atemwegsinfektionen und systemische Entzündungen eine akute immun-neuronale Pathologie induzieren, die zu Enzephalopathie und akuten Veränderungen im Sozialverhalten führt. Dies resultiert wiederum in langfristigen NPI durch anhaltende Schädigung neuraler Schaltkreise. Wir nehmen zudem an, dass metabolische Dysregulation, immunologische Effektoren, Interaktionen zwischen Wirt und Mikrobiom sowie die Aktivität des Stresssystems signifikante Moderatoren dieser Zusammenhänge sind, die der Heterogenität zwischen Patienten und ihren klinischen Krankheitsverläufen zugrunde liegen. Gestützt auf die interdisziplinäre Forschungsagenda wird NEURINFECT ein neuartiges translationales Forschungsgebiet etablieren, indem eine neue Generation von Wissenschaftlern für die Untersuchung der biologischen Mechanismen hinter postinfektiösen neuropsychiatrischen Folgen ausgebildet wird. Die Entschlüsselung der Mechanismen von NPI wird wesentlich zur Entwicklung personalisierter Präventionsstrategien und innovativer Interventionen zur Bewältigung neuropsychiatrischer Folgen von Infektionskrankheiten beitragen.
DFG-Verfahren Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution Friedrich-Schiller-Universität Jena
 
 

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