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FOR 5906:  Rechtliche und gesellschaftliche Folgen maschinellen Entscheidens

Fachliche Zuordnung Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 548899139
 
Menschliches Entscheiden, Handeln und Gestalten wird zunehmend durch maschinelles Entscheiden unterstützt, ergänzt oder ersetzt. Maschinelles Entscheiden erfolgt oft durch „Künstliche Intelligenz“-Systeme (KI-Systeme), die in den vergangenen Jahren deutlich leistungsfähiger geworden sind – insbesondere durch die immense Zunahme an Rechenkapazitäten und die Möglichkeit, Computersysteme mit großen Datenmengen zu versorgen. Der Siegeszug maschinellen Entscheidens bedeutet eine Zeitenwende für Recht und Gesellschaft. Einerseits begründet maschinelles Entscheiden Chancen, beispielsweise auf Effizienz, wirtschaftliche Prosperität oder auch qualitativ bessere Entscheidungsergebnisse. Andererseits kann maschinelles Entscheiden Freiheitsräume beschneiden, erhebliche Schäden und auch Legitimitätsverluste erzeugen. Vor diesem Hintergrund existiert reiche rechtswissenschaftliche Literatur zu den rechtlichen Folgen maschinellen Entscheidens. Indes besteht eine Forschungslücke bei der Bedeutung maschinellen Entscheidens für die Grundfunktionen des Rechts in modernen Gesellschaften und die Aufgabe der Rechtswissenschaft. Beide Aspekte sind zwar unter einzelnen Gesichtspunkten aufgegriffen worden, jedoch noch nicht systematisch erforscht. Beispielsweise sind rechtsgebietsübergreifende Verantwortungs- und Kontrollkonzepte essenziell, die in unterschiedlicher Ausprägung und Akzentuierung rechtliche Zurechnungssysteme bedingen und Gerechtigkeitspostulate zu verwirklichen suchen. Die Ziele der Forschungsgruppe bestehen darin, die Herausforderungen und Potenziale maschinellen Entscheidens für die Funktionen des Rechts in modernen Gesellschaften zu identifizieren, rechtliche Gestaltungsoptionen zu entwickeln und die Aufgabe der Rechtswissenschaft unter den Vorzeichen maschinellen Entscheidens neu zu vermessen. Dabei konzentriert sich die Gruppe auf ausgewählte Fragestellungen aus den unterschiedlichsten Rechtsgebieten (Rechtsphilosophie, Rechtslinguistik, Privatrecht, Gesellschaftsrecht, Zivilverfahrensrecht, Arbeits- und Sozialrecht, Strafverfahrensrecht, Datenschutzrecht, Kriminologie), die durch maschinelles Entscheiden neue Herausforderungen erfahren haben. Die Forschungsgruppe analysiert verbindende Forschungsfragen und zeigt über Kontext- und Vergleichsbildung Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den maßgeblichen Regelungsstrukturen auf, um unter anderem eine Grundlage für die effiziente Verwirklichung rechtspolitischer Ziele zu schaffen. Die Gruppe identifiziert durch ständigen Austausch und Zusammenarbeit übergreifende Probleme und entwickelt allgemein anwendbare Lösungsoptionen, wie es durch die isolierte Arbeit in den Einzelprojekten nicht möglich wäre. Dabei erfolgt eine enge Zusammenarbeit über die traditionellen Fachgrenzen hinaus. Die Gruppe vereint Projekte mit rechtsdogmatischen und grundlagenorientierten Schwerpunkten unter dem gemeinsamen Erkenntnisziel.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen

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