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SFB 1748:  Reproduction.MS – Molekulare Pathomechanismen männlicher Infertilität

Fachliche Zuordnung Medizin
Biologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 549467913
 
Weltweit sind 50 Millionen Paare von Unfruchtbarkeit (Infertilität) betroffen – mit steigender Tendenz. Diese Prävalenz ist inzwischen mit Volkskrankheiten wie Diabetes vergleichbar. Bei der Hälfte der Paare liegt die Ursache beim Mann, wobei die zugrundeliegenden Pathomechanismen weitestgehend ungeklärt sind. Dies erschwert nicht nur die präzise Diagnose, sondern verhindert auch eine evidenzbasierte, personalisierte Therapie. Um diese Wissenslücken zu schließen, ist ein breit aufgestellter, multidisziplinärer Forschungsansatz erforderlich. Hier setzt unser Sonderforschungsbereich „Reproduction.MS“ an. Aufbauend auf den Erfolgen der klinischen Forschungsgruppe „Männliche Keimzellen“ (DFG KFO326) und des BMBF-Nachwuchszentrums „ReproTrack.MS“ vereinen wir Forschende der Universität Münster, des Universitätsklinikums Münster, des Max-Planck-Instituts Münster sowie der RWTH Aachen. Der SFB zielt darauf ab, die molekularen Grundlagen der Reproduktion sowie die Pathomechanismen männlicher Unfruchtbarkeit aufzuklären. Unser translationaler Forschungsansatz wird durch die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und Medizin in Münster ermöglicht. Das einzigartige Umfeld und Team ermöglichen, Untersuchungen an Modellsystemen und klinisch detailliert charakterisierten Patientenproben – etwa Spermien und Hodengewebe – miteinander zu verknüpfen. In den wissenschaftlichen Projekten untersuchen wir die genetischen, molekularen und zellulären Mechanismen, die die Hodenfunktion, die Spermienproduktion und -funktion, die Befruchtung sowie die frühe Embryonalentwicklung steuern oder stören können. Dabei kombinieren wir multidisziplinäre Forschung in den Bereichen Molekular-, Struktur- und Zellbiologie sowie Physiologie, Epi-/Genetik und (Bio)Informatik mit multimodaler Datenanalyse. Der Erkenntnisgewinn wird durch innovative Zentralprojekte maximiert, welche die klinische Charakterisierung von Patienten und deren Proben mithilfe von künstlicher Intelligenz vorantreiben und die Analyse vielfältiger genetischer Datensätze (GenOMICs) ermöglichen. Zudem wird eine Dateninfrastruktur etabliert, die wissenschaftliche und klinische Daten institutions- und projektübergreifend verfügbar und somit kombinierbar macht. Ein weiteres Zentralprojekt vermittelt schließlich unsere Erkenntnisse zur menschlichen Reproduktion und Unfruchtbarkeit sowohl der Fachwelt als auch der breiten Öffentlichkeit – unter Einbeziehung von Patienten und gesellschaftlichen Akteuren. Unsere Vision ist es, Grundlagenwissen in die klinische Anwendung zu überführen, um die frühzeitige Diagnose der Unfruchtbarkeit bei Männern und damit assoziierter Begleiterkrankungen zu ermöglichen. Damit werden wir den Anteil evidenzbasierter Therapieentscheidungen in der Reproduktionsmedizin erhöhen und so die klinische Versorgung unfruchtbarer Paare nachhaltig verbessern.
DFG-Verfahren Sonderforschungsbereiche

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Antragstellende Institution Universität Münster
 
 

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