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GRK 3175: Organoid-basierte Modellierung solider Tumore - Org-BOOST
Fachliche Zuordnung
Medizin
Grundlagen der Biologie und Medizin
Grundlagen der Biologie und Medizin
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 554832155
Org-BOOST ist ein innovatives Forschungs- und Ausbildungsprogramm zur Schulung junger Wissenschaftler:innen in der Anwendung von Organoid-Technologie in der Krebsforschung. Es nutzt moderne organoidbasierte Modelle, um Tumorbiologie von der frühen Entstehung bis zur späten Progression zu untersuchen und einen umfassenden Blick auf solide Tumorerkrankungen zu ermöglichen. Im Zentrum von Org-BOOST stehen 10 kompetitiv ausgewählte Forschungsprojekte, die zentrale Fragen der Krebsbiologie adressieren. Sie befassen sich mit Pankreas-, Kolon- und Blasenkrebs und zielen darauf ab, Tumorevolution, Nischenprogrammierung und zelluläre Plastizität besser zu verstehen. Die Projekte werden von insgesamt 20 Principal Investigators (PIs) betreut, die komplementäre Expertise aus Krebsbiologie, Bioinformatik, Bioengineering und klinischer Forschung einbringen. Diese interdisziplinäre Struktur fördert enge Zusammenarbeit zwischen Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung. Zentrales methodisches Element sind Organoid-Modelle, die menschliche Tumorbiologie und das Mikromilieu realitätsnah abbilden. Analysen auf unterschiedlichen Skalen und Auflösungen eröffnen neue Einblicke in komplexe Tumorprozesse. Eingesetzt werden patientenbasiertes Tumorgewebe und genetisch definierte humane Stammzellen, um Tumorentstehung, -entwicklung und Therapieansprechen besser zu erforschen. Ergänzend kommen Assembloide – 3D-Strukturen aus kombinierten Organoiden oder Zelltypen – zum Einsatz, um Interaktionen zwischen Tumorzellen und Umgebung realitätsgetreu darzustellen. Org-BOOST nutzt zudem moderne Analysemethoden wie Einzelmolekül-Live-Mikroskopie und Profiling extrazellulärer Vesikel, um Tumordynamik und interzelluläre Kommunikation detailliert zu untersuchen. Dies unterstützt die Entwicklung präziser, zielgerichteter Therapieansätze. Neben der Forschung bietet Org-BOOST ein exzellentes Ausbildungskonzept. Doktorand:innen werden in Organoidkultur, Einzelzellsequenzierung und Bioprinting geschult. Das Programm legt großen Wert auf interdisziplinäre und computergestützte Kompetenzen. Eine kombinierte PhD-/MD-Ausbildung sowie ein strukturiertes Mentoring durch erfahrene PIs fördern gezielt die wissenschaftliche Entwicklung des Forschernachwuchses. Ermöglicht wird dies durch eine hervorragende Infrastruktur, insbesondere die Core Facility Organoide an der Universität Ulm (UUlm), spezialisiert auf patientenspezifische Organoide und Biobanking. Weitere Ressourcen im Bereich Einzelzellanalytik und biomedizinisches Engineering unterstützen die Forschung maßgeblich. Mit Fokus auf Organoidmodelle, Teamarbeit und moderne Technologien will Org-BOOST Krebsdiagnostik und -therapie nachhaltig verändern – durch Früherkennung, personalisierte Medizin und die Ausbildung der nächsten Generation in der Krebsforschung.
DFG-Verfahren
Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution
Universität Ulm
Sprecher
Professor Dr. Alexander Kleger
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler
Professor Dr. Markus Breunig; Dr. Ion Cristian Cirstea, Ph.D.; Dr. Tim Eiseler; Professorin Dr. Nadine Gaisa; Professor Dr. Christof Gebhardt; Professor Dr. Hartmut Geiger; Professorin Ani Grigoryan, Ph.D.; Dr. Mirja Harms; Dr. Sandra Heller; Dr. Meike Hohwieler; Privatdozentin Yuan-Na Lin, Ph.D.; Dr. Jessica Lindenmayer; Dr. Michael Karl Melzer; Professor Medhanie Mulaw, Ph.D.; Professor Dr. Jan Münch; Professor Dr. Franz Oswald; Privatdozent Dr. Lukas Perkhofer; Dr. Elodie Roger; Professor Dr. Jan Tuckermann
