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SPP 2556: Robuste Beurteilung und sichere Anwendung von Sprachmodellen: Grundlagen für ein neues Feld zwischen Sprachwissenschaft & -technologie (LaSTing)
Fachliche Zuordnung
Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Geisteswissenschaften
Informatik, System- und Elektrotechnik
Medizin
Geisteswissenschaften
Informatik, System- und Elektrotechnik
Medizin
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 560179209
Während moderne Sprachtechnologie zunehmend viele Anwendungsbereiche durchdringt, bleibt ihr Input-Output-Verhalten wie auch ihre inneren Mechanismen weitgehend unbekannt. Infolgedessen hat sich in den letzten Jahren ein neues interdisziplinäres und methodisch vielfältiges Forschungsfeld herausgebildet, das an der Schnittstelle zwischen den kognitiven Sprachwissenschaften (im weiten Sinne) und der Sprachtechnologie (mit einem Schwerpunkt auf neuronalen Sprachmodellen, jedoch nicht ausschließlich) angesiedelt ist. Viele grundlegende und methodologische Fragen bleiben jedoch weiterhin ungeklärt. Das übergeordnete Ziel dieses Schwerpunktprogramms ist es daher, interdisziplinäre Anstrengungen zu bündeln, die dem Verständnis, der Überprüfung und der sicheren Anwendung moderner Sprachtechnologie (mit Fokus auf Sprachmodellierung) gewidmet sind. Das Schwerpunktprogramm LaSTing richtet sich an Forschende im interdisziplinären Feld der kognitiven und computerbasierten Sprachwissenschaften (einschließlich klassischer Disziplinen wie Linguistik, Psychologie, Neurowissenschaften, Computerlinguistik, Künstliche Intelligenz, Philosophie, Informatik und anderer), die das Verständnis von Sprachmodellierung aus theoretischer oder empirischer Perspektive voranbringen wollen oder moderne Sprachtechnologie als Werkzeug für innovative theoretische und empirische Forschung in den kognitiven Sprachwissenschaften nutzen. Von den Einzelprojekten wird erwartet, dass sie sich auf mindestens eine der Kernfragen des Schwerpunktprogramms beziehen, nämlich robuste Evaluation, sichere Anwendbarkeit und grundlegende Fragestellungen (wie im Folgenden näher ausgeführt). Das Schwerpunktprogramm ermutigt insbesondere Beiträge, die diese Kernfragen mithilfe von Konzepten und Methoden der theoretischen und empirischen Sprachwissenschaften adressieren.
DFG-Verfahren
Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug
Großbritannien, Italien, Niederlande, USA
Projekte
- Aufmerksamkeit in großen Sprachmodellen: Linguistische Fundierung, kognitive Modellierung und Soziale Anwendung (Antragstellerinnen / Antragsteller Gotzner, Nicole ; Musslick, Sebastian )
- Bewertung, Erklärung und Realisierung ethischer Multiagentensysteme großer Sprachmodelle (E4-MALM) (Antragstellerinnen / Antragsteller Lauscher, Anne ; Lee, Jae Hee )
- Beziehungen zwischen Wortwahrscheinlichkeiten und Weltwahrscheinlichkeiten (Antragsteller Papay, Sean )
- Der Pragmatik-Test: wie Menschen und LLMs Präsuppositionen verstehen (Antragstellerinnen Bade, Nadine ; Butt, Miriam )
- Der Status von linguistischen Beschränkungen (Constraints) in neuronalen Sprachmodellen (Antragsteller Hinrichs, Erhard W. )
- Die Bewertung von empathiebezogener linguistischer Performanz in großen Sprachmodellen: Vergleich von Surprisalwerten für die Vorhersagen des nächsten Wortes in menschlichem EEG und LLMs. (Antragsteller Werning, Markus )
- Ein multidimensionaler adaptiver Test zur psychometrischen Diagnostik von LLM-Fähigkeiten (Antragsteller Günther, Fritz )
- Ein Ressourceneffizienter Sprachübergreifender Ansatz zur Bewertung Figurativer Bedeutung in LLMs (Antragstellerin Berger, Maria )
- Gestengestützte Sprachmodelle: Zur Evaluation der multimodalen Diskursverarbeitung in LLMs und beim Menschen (Antragstellerin Yung, Frances )
- Grenzen und Tendenzen in maschineller und menschlicher Sprache und ihrem Erwerb (Antragstellerinnen / Antragsteller Alexiadou, Artemis ; Sauerland, Uli )
- KIND-LM: Kognitive inspirierte Interationsdynamiken für datensparsame Sprachmodelle (Antragstellerinnen Beinborn, Lisa ; Mani, Nivedita )
- Koordinationsfonds (Antragsteller Franke, Michael )
- Learning linguistic inferences and their alternatives (Antragstellerinnen / Antragsteller Romoli, Jacopo ; Zinova, Yulia )
- LLADIGA: Sprachlernen mit Dialogspielen (Antragsteller Schlangen, David )
- Moralische Halluzinationen in Large Language Models – Argumentative Struktur und ethische Implikation (Antragstellerinnen Hautli-Janisz, Annette ; Reinhardt, Karoline )
- Propositionale Einstellungen in großen Sprachmodellen (PALLM) (Antragsteller Pasternak, Ph.D., Robert )
- Sprachmodelle verstehen mittels resourcen-optimaler Analyse: Implizites Bayes'sches pragmatisches Schlussfolgern & emergente kausale Weltmodelle (Antragsteller Franke, Michael )
- Strukturelle Generalisierung in transformer-basierten LLMs (Antragsteller Hahn, Michael ; Koller, Alexander )
- Surprisal verstehen: Sprachmodelle zwischen linguistischer Struktur und neuronaler Evidenz (Antragstellerinnen / Antragsteller Lopopolo, Alessandro ; Rabovsky, Milena )
- Systemische Robustheitsanalysen von Sprachmodellen für die sprachvergleichende Forschung anhand von formal verwandten Strukture (FORESTS) (Antragstellerinnen Hartmann, Jutta M. ; Himmelreich, Anke ; Zarrieß, Sina )
- Untersuchung der cross-linguistischen neuralen Basis der Satzverarbeitung durch interpretierbare Sprachtechnologie (Antragsteller Meyer, Lars )
Sprecher
Professor Dr. Michael Franke
