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Ökologisch plausible verhaltensbezogene und neuronale Belege für die Confidenceübereinstimmung bei gemeinsamen Entscheidungen

Fachliche Zuordnung Kognitive und systemische Humanneurowissenschaften
Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 565411681
 
Dieses Projekt untersucht die Mechanismen, die es Individuen ermöglichen, Vertrauen in gemeinsame Entscheidungsprozesse unter Unsicherheit auszutauschen und abzustimmen. Aufbauend auf früheren Forschungen, die eine Vertrauensabstimmung unter Verwendung künstlicher Partner demonstrierten, überträgt diese Studie die Ergebnisse auf direkte Mensch-zu-Mensch-Interaktionen, wodurch die ökologische Validität erhöht wird. Ziel der Forschung ist es, die kognitiven und neuronalen Prozesse zu identifizieren, die der sozial ausgehandelten Vertrauensabstimmung zugrunde liegen, mit einem Fokus auf naturalistischen und dynamischen sozialen Kontexten. Die Studie umfasst zwei Experimente. Experiment 1 verwendet ein dynamisches Random-Dot-Motion-Paradigma (RDM) in einem Face-to-Face-Setting, um zu untersuchen, wie Vertrauen auf Verhaltensebene abgestimmt wird. Störungen im Kommunikationsprozess durch das Einfügen von Rauschen werden eingeführt, um die Robustheit zu testen. Experiment 2 erweitert diese Ergebnisse auf die neuronale Ebene mittels dualem EEG-Hyperscanning und Pupillometrie, um Signaturen der Vertrauensabstimmung, einschließlich centro-parietaler Positivität (CPP), zu identifizieren. Beide Experimente integrieren kognitive Modelle zur Aktualisierung und Abstimmung von Vertrauen, um eine mechanistische Erklärung der beobachteten Phänomene zu liefern. Dieses Projekt schließt Lücken im aktuellen Verständnis gemeinsamer Entscheidungsprozesse, indem reale Mensch-zu-Mensch-Interaktionen einbezogen und die ökologische Validität getestet werden. Durch die Einführung von Rauschen in die Vertrauenskommunikation wird die Widerstandsfähigkeit der Vertrauensabstimmungsmechanismen geprüft. Darüber hinaus bietet die Integration kognitiver Modellierung und neuronaler Daten eine mehrstufige Perspektive auf Vertrauensverhandlungen. Die Forschung wird robuste Belege für Vertrauensabstimmungen unter realistischen sozialen Bedingungen liefern, die neuronalen Korrelate dieser Abstimmung aufdecken und prädiktive Modelle für Vertrauensdynamiken entwickeln. Diese Ergebnisse haben Implikationen für die Verbesserung kollaborativer Entscheidungsfindung in kritischen Kontexten. Unter der Leitung eines etablierten Forschungsteams mit einer starken Publikationsbilanz in der Sozialneurowissenschaft nutzt das Projekt modernste Einrichtungen an der LMU, einschließlich dualer EEG- und Eye-Tracking-Systeme. Die Ergebnisse werden zu theoretischen Fortschritten in der Sozialneurowissenschaft und praktischen Anwendungen in Bereichen wie organisatorische Entscheidungsfindung und künstliche Intelligenz beitragen. Das Projekt stellt einen entscheidenden Schritt dar, um die Lücke zwischen kontrollierten experimentellen Paradigmen und realen sozialen Interaktionen zu schließen und ein umfassendes Verständnis dafür zu bieten, wie Menschen Vertrauen adaptiv austauschen und abstimmen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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