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Die ikonische Bedeutung von Co-Speech Gesten in der Taxonomy von not-at-issue Bedeutungen
Antragstellerin
Professorin Dr. Judith Tonhauser
Fachliche Zuordnung
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568636845
Das vorgeschlagene Projekt untersucht die ikonische Bedeutung von Co-Speech Gesten, wie beispielsweise "BIG" in (1), das vermittelt, dass die von Cornelia mitgebrachte Flasche groß ist: (1) Cornelia brachte [eine Flasche]_BIG (BIG: Untergrenze des imaginären Objekts wird mit einer Hand angedeutet, die Obergrenze mit der anderen, die Handflächen sind einander zugewandt und liegen weit auseinander) .Auch wenn in der Literatur weitgehend Einigkeit darüber besteht, dass die ikonische Bedeutung von Co-Speech Gesten not-at-issue ist, ist bekannt, dass nicht not-at-issue Bedeutungen heterogen sind und in verschiedenen Dimensionen variieren, darunter At-issueness, Projektion, Entailment, Strong Contextual Felicity und Obligatory Local Effect. Im Gegensatz zu gut untersuchten not-at-issue Bedeutung wie Supplements und Präsuppositionen sind die empirischen Eigenschaften der ikonischen Bedeutung von Co-Speech Gesten deutlich weniger gut verstanden. Infolgedessen ist unklar, wie die ikonische Bedeutung von Co-Speech Gesten in die Taxonomie der not-at-issue Bedeutungen passt. Darüber hinaus sind sich formale Analysen der ikonischen Bedeutung von Co-Speech Gesten uneinig darüber, welche Bedeutungen diese Gesten zur Bedeutung der Äußerung beitragen und welche Eigenschaften diese Bedeutungen besitzen. So unterscheiden sich bestehende Analysen beispielsweise darin, ob sie annehmen, dass die Bedeutung von Co-Speech Gesten sich wie Supplements (Ebert und Ebert 2014) oder Präsuppositionen (Schlenker 2018) verhalten, oder ob ihre Bedeutung abhängig von syntaktischen Faktoren ist (Esipova 2019b). Um diese Lücken zu schließen, untersucht das vorgeschlagene Projekt fünf empirische Eigenschaften von ikonischen Bedeutungen von Co-Speech Gesten (At-Issueness, Projektion, Entailment, Strong Contextual Felicity, Obligatory Local Effect) und vergleicht diese Bedeutungen mit anderen Arten von Nicht-At-Issue Bedeutungen, einschließlich Präsuppositionen und Supplementen. Die Ergebnisse dieser Experimente werden zu unserem Verständnis der empirischen Eigenschaften der ikonischen Bedeutung von Co-Speech Gesten beitragen. Sie ermöglichen es uns zudem, die ikonischen Bedeutung von Co-Speech Gesten in die Taxonomie von not-at-issue Bedeutungen einzuordnen (siehe z. B. Potts 2005; Tonhauser et al. 2013; Gutzmann 2021) und zu evaluieren, welche formalen Analysen empirisch angemessen sind (z. B. Ebert und Ebert 2014; Ebert et al. 2020; Schlenker 2018; Esipova 2019b). Im weiteren Sinne werden die Methoden und Ergebnisse des vorgeschlagenen Projekts eine Grundlage für zukünftige empirische Untersuchungen eines breiteren Spektrums gestischer Bedeutungen bilden.
DFG-Verfahren
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