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Multimodale Kommunikation bei Primaten – eine sozioökologische Perspektive

Antragstellerin Dr. Federica Amici
Fachliche Zuordnung Biologie des Verhaltens und der Sinne
Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568805339
 
Auf der Suche nach dem, was uns als Menschen auszeichnet, haben Forschende oft die Einzigartigkeit der menschlichen Sprache im Vergleich zu den Kommunikationssystemen anderer Spezies betont. Doch ein komplexes, multimodales System wie Sprache beruht vermutlich auf Eigenschaften, die wir mit anderen Taxa teilen. Vergleiche zwischen Arten sind daher ein wertvolles Instrument, um die Vorläufer der menschlichen Sprache zu identifizieren, Hypothesen über die sozioökologischen Faktoren ihrer Entstehung zu testen und die evolutionären Ursprünge multimodaler Kommunikation zu ergründen. In diesem Projekt werde ich eine multimodale Perspektive einnehmen und ein neues, kohärentes methodisches Rahmenwerk zur Erforschung der Primatenkommunikation entwickeln. Es basiert auf innovativen Bottom-up-Ansätzen und der systematischen Integration sozioökologischer Perspektiven. So setze ich neue methodische Standards für die Untersuchung multimodaler Kommunikation bei Tieren, um (1) erstmals eine umfassende Perspektive auf die multimodale Kommunikation von Primaten zu liefern, (2) ihre zentralen Eigenschaften zu identifizieren, (3) ihre unmittelbaren Funktionen zu bestimmen und (4) ihre sozioökologischen Einflussfaktoren aufzudecken, um die evolutionären Bedingungen zu rekonstruieren, die zur Entstehung multimodaler Kommunikation beim Menschen führten. Die Ergebnisse werden es ermöglichen, Theorien zur Evolution der Sprache zu testen und neue Einblicke in die Ursprünge multimodaler Kommunikation zu gewinnen. Ich werde Primaten als Modell wählen, da sie eng mit dem Menschen verwandt sind und auf multimodale Kommunikationssysteme angewiesen sind, die denen des Menschen ähneln - einschließlich Vokalisationen, Gesten und Gesichtsausdrücken. Mein Fokus liegt auf der Mohrenmakake (Macaca maura), einer sozial toleranten Art mit erwartbar komplexen kommunikativen Fähigkeiten. Um ökologische Validität zu gewährleisten und natürliche sozioökologische Variationen zu erfassen, werde ich in freier Wildbahn forschen. Mit neu entwickelten Methoden werde ich fein abgestimmte Vorhersagen zu Eigenschaften, Funktionen und Einflussfaktoren multimodaler Kommunikation empirisch testen. Dieser Ansatz überwindet methodische Einschränkungen und ermöglicht eine umfassende, Bottom-up-basierte Erforschung der Kommunikation nicht-menschlicher Spezies. Dieses Projekt wird eine große Menge hochwertiger Daten generieren, um zu verstehen, wie Makaken multimodale Kombinationen aus Vokalisationen, Gesten und Gesichtsausdrücken nutzen. So werde ich die Eigenschaften und Funktionen der multimodalen Kommunikation von Primaten zuverlässig identifizieren, ihre sozioökologischen Einflussfaktoren entschlüsseln und die evolutionären Bedingungen rekonstruieren, die zur Entstehung komplexer Kommunikationssysteme beitrugen.
DFG-Verfahren Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug Indonesien
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner Professorin Dr. Risma Illa Maulany; Professor Putu Oka Ngakan
 
 

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