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Iconicity in der Co-Singing-Geste: die Grundlagen der Gesten-Vokalisation-Ähnlichkeit beim Beatboxing (IconS)
Antragstellerin
Professorin Dr. Lara Pearson
Fachliche Zuordnung
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568894746
In einer Vielzahl von Musiktraditionen weltweit neigen Sänger dazu, beim Singen mit der Hand und dem Oberkörper zu gestikulieren. Gesten spielen sowohl in der Sprache als auch in der Musik eine wichtige Rolle. Sie können mit der Vokalisation und dem musikalischen Klang kombiniert werden, um Bedeutung zu schaffen, und tragen so zur Kommunikation bei. In musikalischen Kontexten können gemeinsame Singgesten Gefühle in Bezug auf den lyrischen Inhalt und die musikalische Stimmung ausdrücken, aber darüber hinaus können Gesten auch auf musikalische Klangmerkmale wie Rhythmus, melodische Bewegung, Klangfarbe und Phrasierung verweisen. Eine solche Bezugnahme auf Klangmerkmale beinhaltet semiotische Modi, die auch bei der Gestik während des Sprechens eine wichtige Rolle spielen, einschließlich der Ikonizität. Obwohl klar ist, dass Co-Singing-Gesten oft eine ikonische Dimension haben, kann es weniger klar sein, wofür genau die Gesten ikonisch sind. Zum Beispiel kann eine kraftvolle, nach unten gerichtete "Punch"-Geste, die gleichzeitig mit einem lauten, betonten Stimmklang auftritt, a) als crossmodale Ikone für klangliche Qualitäten oder b) als unimodale Ikone für die kraftvollen Stimmproduktionsbewegungen (Muskelanstrengung) betrachtet werden, die erforderlich sind, um die emphatischen Klänge zu erzeugen. Das vorgeschlagene Projekt wird die Mechanismen, die der gestischen Ikonizität in einem bestimmten musikalischen Kontext, nämlich dem Beatboxing, zugrunde liegen, theoretisch und empirisch untersuchen. Dieser beliebte und äußerst kreative Gesangsstil eignet sich aus zwei Gründen gut für eine Studie über gestische Ikonizität. Erstens neigen professionelle Beatboxer dazu, beim Beatboxen frei zu gestikulieren - dies ist Teil ihres Auftrittsstils geworden. Zweitens liegt der Schwerpunkt dieses Stils auf innovativen Vokalklängen und komplexen Beats, die aus einer Vielzahl elektronischer Musikgenres stammen und eine Fülle von klanglichen und vokalen Produktionsbewegungsmerkmalen bieten, die auch durch gestische Ikonizität ausgedrückt werden können. Die Hauptziele des Projekts sind erstens, Einblicke in die verschiedenen Mechanismen zu gewinnen, die der gestischen Ikonizität beim Beatboxing zugrunde liegen: wofür genau die Gesten ikonisch sind. Zweitens untersucht das Projekt zwei gegensätzliche Darstellungen der gestischen Ikonizität: die "akustische Darstellung", bei der Gesten ikonisch für die erzeugten Stimmlaute sind, und die "stimmliche Darstellung", bei der Gesten ikonisch für orale artikulatorische und andere stimmliche Bewegungen sind. Drittens soll im Rahmen des Projekts untersucht werden, inwieweit Darbietende dieselben Gesten für ähnliche Klänge verwenden und ob dies über Darbietungen und im Laufe der Zeit hinweg konsistent ist. Durch diese Forschung soll das Projekt die Betrachtung von Gesten-Vokalisation-Beziehungen über die gesprochene Sprache hinaus auf das breitere Feld der vokalen Kommunikation ausdehnen.
DFG-Verfahren
Schwerpunktprogramme
Teilprojekt zu
SPP 2392:
Visuelle Kommunikation. Theoretische, empirische und angewandte Perspektiven (ViCom)
Internationaler Bezug
Niederlande
Kooperationspartner
Wim Pouw, Ph.D.
