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Autokratisierung, Policy-Präferenzen und die Performanz Internationaler Organisationen (APPIO)
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professorin Dr. Maria J. Debre; Professor Dr. Thomas Sommerer
Fachliche Zuordnung
Politikwissenschaft
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568916224
Der globale Trend der Autokratisierung stellt die internationale Zusammenarbeit vor erhebliche Herausforderungen. Regimewechsel verändern häufig außenpolitische Präferenzen und wirken sich auch auf die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen (IOs) aus. Das vorgeschlagene Projekt "Autokratisierung, Policy-Präferenzen und Performanz internationaler Organisationen" (APPIO) untersucht die Konsequenzen einer Autokratisierung in den Mitgliedsstaaten auf die Output-Performanz sowie die Legitimität von Ios. Während in der bisherigen Forschung vor allem Kontestation und Austritte oder Austrittsdrohungen autokratischer Regime untersucht wurden, sind die Erkenntnisse darüber, wie sich solche Veränderungen auf die Problemlösungsfähigkeit von Ios auswirken, noch begrenzt. Dieses Projekt verwendet ein mixed-methods Forschungsdesign, das statistische Analysen, automatisierte Textanalysen, Fallstudien und Survey-Experimente verbindet, um die Konsequenzen der Autokratisierung für Ios zu analysieren. Das Projekt hat vier wesentliche Ziele: (1) Muster auf Makroebene zu untersuchen, die Autokratisierung mit der Performanz von Ios verknüpfen, (2) die Grundlagen sich verändernder Policy-Präferenzen in den Mitgliedsstaaten zu erforschen, (3) Präferenzaggregationsmechanismen in der Entscheidungsfindung von Ios nachzuvollziehen und (4) zu bewerten, wie diese Veränderungen die Wahrnehmung der Legitimität von Ios beeinflussen. APPIO leistet vier zentrale Beiträge zu diesem Forschungsgebiet. Konzeptionell unterscheiden wir zwischen Populismus, democratic backsliding und Autokratisierung und bieten ein differenziertes Verständnis der jeweiligen Auswirkungen auf internationaler Ebene. Theoretisch entwickeln wir einen neuartigen Ansatz, der Autokratisierung mit der Performanz von Ios verknüpft, indem Barrieren, Rahmenbedingungen und sich verändernde staatliche Präferenzen identifiziert werden. Methodisch integriert das Projekt web scraping, auf machine learning basierte Textanalyse und Survey-Experimente mit traditionellen Regressionsanalysen, Fallstudien und Eliteninterviews. Empirisch bildet es Autokratisierungstrends in Mitgliedstaaten von 72 Ios von 2000 bis 2025 ab und liefert neue Datensätze zur IO Output Performanz und zur mitgliedsstaatlichen Unterstützung von Entscheidungsvorschlägen. Durch die Erweiterung unseres Verständnisses der Auswirkungen von Autokratisierung auf die Globale Governance hat dieses Projekt weitreichende Auswirkungen. Ios spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung transnationaler Herausforderungen wie Klimawandel, Pandemien, Sicherheitsbedrohungen und Wirtschaftskrisen. Da sie jedoch zunehmender Kritik ausgesetzt sind, hängt ihre Legitimität zunehmend von ihrer Performanz ab. Dieses Projekt liefert wichtige Erkenntnisse darüber, ob Ios ihre Problemlösungskompetenz in der aktuellen Autokratisierungswelle aufrechterhalten können und, ob ihr Output von den betroffenen Stakeholdern weiterhin als legitim akzeptiert werden.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
