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Einflussfaktoren der Switching-Disutilität – experimenteller Test und kognitive Modellierung zweistufiger Entscheidungsprozesse beim Aufgabenwechsel
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Dr. Andreas Glöckner; Professor Dr. Markus Raab; Dr. Laura Will
Fachliche Zuordnung
Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564829065
Dieses Projekt integriert empirische Erkenntnisse und Theorien zum Aufgabenwechsel sowie zur Entscheidungsfindung, die zuvor unabhängig voneinander entwickelt wurden, um Aufgabenwahl und Wechselentscheidungen zu erklären. Ein potenziell wichtiger Faktor, der die Aufgabenwahl und die Entscheidungsfindung beeinflusst, sind die geschätzten subjektiven Kosten. Unklar ist jedoch, ob diese Kosten beim Aufgabenwechsel groß genug sind, um Entscheidungen über die Aufgabenwahl zu beeinflussen, und ob allgemeine Modelle der Entscheidungsfindung mögliche Auswirkungen des Aufgabenwechsels erklären können. In diesem Projekt integrieren wir Forschungsansätze der Bereiche Aufgabenwechsel und Entscheidungsfindung, indem wir (a) ein Entscheidungsfindungsparadigma entwickeln, das die Kernaspekte eines validierten Aufgabenwechselparadigmas erfasst, das (b) die Schätzung des negativen Nutzens (Disutilität) des Aufgabenwechsels unter Verwendung eines Standard-Erwartungsnutzen-Ansatzes ermöglicht, und (c) die zugrundeliegenden kognitiven Prozesse durch die Anpassung validierter kognitiver Modelle aus der Entscheidungsforschung an das Verhalten der Individuen untersucht. Unsere Ziele sind die Schätzung des negativen Nutzens des Aufgabenwechsels, die Identifizierung von Faktoren, die diesen negativen Nutzen erhöhen oder verringern, sowie die Anwendung von kognitiven Prozessmodellen, um eine mechanistische Erklärung für die Wahl des Aufgabenwechsels zu erhalten. Wir werden dies in den folgenden vier Schritten umsetzen: (1) Wir gleichen das ursprüngliche Free Concurrent Dual-Tasking (FCDT) Task-Switching-Paradigma mit einem - aus utilitaristischer Perspektive äquivalenten - Paradigma der Entscheidungsfindung ab: dem zweistufigen Entscheidungsparadigma (2S). (2) Das zweistufige Entscheidungsparadigma wird als Entscheidungen mittels Beschreibungen vs. Entscheidungen aus Erfahrung (2S-DBD vs. EBD) implementiert, um verschiedene Aspekte von FCDT zu erfassen und den Effekt unterschiedlicher Einflussfaktoren zu untersuchen. (3) Wir verwenden einen Expected-Utility-Ansatz, um (a) den negativen Nutzen des Aufgabenwechsels an sich, (b) den Effekt verschiedener Einflussfaktoren, die üblicherweise beim freiwilligen Aufgabenwechsel verwendet werden, auf jenen negativen Nutzen und (c) interindividuelle Unterschiede bezüglich dieser Disutilität und der Zuverlässigkeit der Disutilität des Aufgabenwechsels zu schätzen. (4) Wir erweitern validierte kognitive Prozessmodelle, um die zugrundeliegenden Prozesse zur Generierung von Erwartungen und zur Integration von Informationen zu modellieren. Zu diesen Modellen gehören Heuristiken und komplexere kognitive Modelle. Wir führen einen Bayes'schen Modellvergleich durch, um zu untersuchen, welches Modell das Verhalten am besten beschreibt. Unser Bestreben, eine neue Aufgabe in (1) und (2) zu erstellen, sollte uns ein erweitertes Verständnis von mehrstufigen Entscheidungen und eine validierte Benchmark-Liste von Aufgabenwahlfaktoren liefern.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
