Detailseite
FOR 6047: Task-Switching Entscheidungen und zugrundeliegende kognitive Prozesse
Fachliche Zuordnung
Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564829065
Im Alltag wechseln Menschen häufig zwischen Aufgaben, d. h. sie beschäftigen sich mit einer Tätigkeit (z. B. Lesen einer Zeitung), wechseln zu einer anderen Tätigkeit (z. B. Schreiben einer Kurznachricht) und kehren dann zur ersten Tätigkeit zurück. In solchen Szenarien gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die sich darauf auswirken können, ob und wann Menschen mit einer Aufgabe aufhören und zu einer anderen Aufgabe wechseln. Die aktuelle Forschung zum freiwilligen Aufgabenwechsel legt nahe, dass sowohl externe Faktoren wie die Verfügbarkeit von Aufgaben oder Belohnungen als auch interne Faktoren wie die Lerngeschichte und Strategien zur Aufgabenwahl erklären könnten, wann und warum Menschen die Aufgabe wechseln. Wir verstehen jedoch noch immer nicht umfassend, welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind, warum Menschen die Aufgabe wechseln, wie diese Faktoren zusammenwirken und welche Mechanismen den Entscheidungen über die Aufgabenwahl zugrunde liegen. Ziel dieser Forschergruppe ist es, die Determinanten der freiwilligen Aufgabenwahl zu identifizieren und die aktuellen Theorien über die Mechanismen, die für Aufgabenwahlentscheidungen verantwortlich sind, weiterzuentwickeln und zu erweitern. Dieses Ziel wird durch die Kombination von Verhaltensexperimenten und Modellierung im Dienste der Hauptforschungsfrage erreicht: Warum wechseln Menschen ihre Aufgaben? Lokale Teams, die sowohl experimentelle Forscher:innen als auch Modellierungsexpert:innen umfassen, werden ihr Fachwissen kombinieren, um aufgabenabhängige Wechselentscheidungen zu erklären. Die Zusammenführung von zwei bisher getrennten Forschungsdisziplinen - Multitasking und Wahlverhaltensforschung - erfordert mehrere lokale Teams, die über ganz Deutschland verteilt sind. Eine solche Struktur ermöglicht es uns, eine Benchmark-Liste mit robusten Ergebnissen zu erstellen und Modelle zu entwickeln und zu vergleichen, die Mechanismen zur Generierung und Integration von Kosten- und Nutzenerwartungen beim Aufgabenwechsel annehmen. Diese besondere Zusammenarbeit von Multitasking- und Choice-Expert:innen wird zu einem einheitlichen theoretischen Rahmen führen, der dieses neue Forschungsgebiet wesentlich voranbringt.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
Projekte
- Einflussfaktoren der Switching-Disutilität – experimenteller Test und kognitive Modellierung zweistufiger Entscheidungsprozesse beim Aufgabenwechsel (Antragstellerinnen / Antragsteller Glöckner, Andreas ; Raab, Markus ; Will, Laura )
- Individuelle Determinanten der Reaktionsstrategiebildung beim freiwilligen Aufgabenwechsel (Antragstellerinnen / Antragsteller Brüning, Jovita ; Ostwald, Dirk )
- Koordinationsfonds (Antragsteller Raab, Markus )
- Reinforcement-learning Modelle des selbstgewählten Aufgabenwechsels (Antragstellerinnen / Antragsteller Kiesel, Andrea ; Klauer, Karl Christoph )
- Von der Repräsentation zur Handlung: Wie Aufgabenrepräsentationen die freiwillige Aufgabenwahl beeinflussen (Antragstellerinnen / Antragsteller Dreisbach, Gesine ; Musslick, Sebastian )
- Vorausschauende Verarbeitungen während der Aufgabenauswahl und -ausführung (Antragsteller Butz, Martin ; Dignath, David )
Sprecher
Professor Dr. Markus Raab
