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Individuelle Determinanten der Reaktionsstrategiebildung beim freiwilligen Aufgabenwechsel
Antragstellerinnen / Antragsteller
Dr. Jovita Brüning; Professor Dr. Dirk Ostwald
Fachliche Zuordnung
Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564829065
Das Projekt untersucht individuelle Unterschiede bei Entscheidungen zum Aufgabenwechsel. Mit dem Free Concurrent Dual-Tasking (FCDT)-Paradigma wurden individuelle Präferenzen für drei stabile Reaktionsstrategien identifiziert: Blockend, Wechselnd und Gruppierend. Sie repräsentieren stabile, von Aufgabenvariationen unbeeinflusste individuelle Präferenzen für Reaktionsmuster, die sich jedoch in ihrer Leistungseffizienz unterscheiden (d.h. der Anzahl richtiger Antworten bei der Bearbeitung von zwei im Vergleich zu einer Aufgabe). Personen, die häufig wechseln oder Antworten gruppieren, sind unter günstigen Bedingungen effizienter als jene, die eine Blockende Strategie bevorzugen. Unklar ist, welche Faktoren die Wahl dieser Strategien beeinflussen. Unser Projekt leistet einen Beitrag zur Forschungsgruppe, indem es die individuellen Determinanten der Strategiebildung im Aufgabenwahlverhalten und deren Interaktion mit anderen individuellen und extrinsischen Faktoren untersucht. Dabei kombinieren wir Verhaltensexperimente, Elektroenzephalographie (EEG) und agentenbasierte Verhaltensmodellierung, um den Zusammenhang dreier Mechanismen mit der Strategiebildung zu erforschen: Lernfähigkeit und Fehlersensitivität, Motivation und Belohnungssensitivität sowie Persönlichkeitsmerkmale und kognitive Fähigkeiten. Wir verfolgen zwei Forschungsstränge: eine empirische zur Untersuchung von Aufgabenwechselentscheidungen im FCDT-Paradigma und eine theoretische zur Entwicklung eines computergestützten Frameworks für die Analyse von Verhaltens- und neurophysiologischen Daten. Empirisch analysieren wir Reaktionszeiten, Fehler und EEG-Daten wie die fehlerbezogene Negativität, um den Einfluss von Lernfähigkeit und Fehlersensitivität auf die Strategiebildung zu verstehen. Zudem untersuchen wir, wie Reaktionsstrategien mit Belohnung und Belohnungssensitivität interagieren, indem wir aufgabenbezogene und -unabhängige Anreize manipulieren. Weiterhin erfassen wir psychologische Merkmale, insbesondere motivationsbezogene Persönlichkeitsfaktoren und Arbeitsgedächtniskapazität. Theoretische Ziele konzentrieren sich auf die Konzeptualisierung von Reaktionsstrategien im FCDT unter Verwendung von Markov-Entscheidungsprozessen, die Einbettung optimaler Entscheidungsstrategien in einen statistischen Inferenzrahmen und die Erweiterung dieses Ansatzes durch ein Dipol-basiertes EKP Model. Durch die Zusammenarbeit innerhalb der Forschungsgruppe untersuchen wir auch Zusammenhänge zwischen Reaktionsstrategien, vergangener Performance und Belohnungssensitivität in verschiedenen Projekten. Durch das Einbringen dieser Perspektive hoffen wir, wichtige Einblicke in die Kosten und Vorteile, die Entscheidungen zum Aufgabenwechsel antreiben, zu liefern, den entscheidungstheoretischen Rahmen zur Modellierung von Aufgabenwechselentscheidungen zu verfeinern und die Entwicklung einer kohärenten Theorie des freiwilligen Aufgabenwechseln zu fördern.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
Mitverantwortlich
Professor Dr. Markus Ullsperger
