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CORals als Archive für extreme Wetter- und Klimavariabilität (CorEX)

Antragsteller Dr. Norel Rimbu
Fachliche Zuordnung Physik und Chemie der Atmosphäre
Physik, Chemie und Biologie des Meeres
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569200775
 
Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur geht mit weitreichenden Veränderungen der Wetter- und Klimamuster einher. In den letzten Jahrzehnten ist eine deutliche Zunahme der Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen und Sturmfluten zu verzeichnen, die teilweise auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen ist. Um die jüngsten Veränderungen des Klimas und der Wetterextreme besser beurteilen zu können, müssen wir sie mit Hilfe von Proxydaten und Klimamodellsimulationen in eine langfristige Perspektive stellen. Korallenriffe sind ein wichtiger Indikator für die Umweltbedingungen in den tropischen und subtropischen Regionen. Die chemische Zusammensetzung des individuellen Korallenskeletts spiegelt Veränderungen der lokalen Umweltfaktoren wie Meerwasser und Säuregehalt auf einer Zeitskala von Monaten bis Jahrhunderten wider. Da die niederfrequente Variabilität von Umweltparametern an Korallenstandorten hauptsächlich von den großräumigen atmosphärischen und ozeanischen Zirkulationsmustern gesteuert wird, werden Korallen häufig verwendet, um großräumige Formen der interannualen bis multidekadischen Klimavariabilität zu rekonstruieren, wie z. B. die El Niño-Southern Oscillation.. Tropische und subtropische Korallen werden in der Regel verwendet, um saisonale, jährliche oder dekadische Klimaanomalien in der außertropischen Region über Telekonnektionsmuster dieser Klimaschwankungen zu rekonstruieren. Das Vorhandensein solcher Verbindungen bietet die Möglichkeit, tropische und subtropische Korallen zu nutzen, um einen Teil der interannualen bis multidekadischen Variabilität von Wetter- und Klimaextremen in der außertropischen Region zu rekonstruieren. Das übergeordnete Ziel dieses Projekts besteht darin, das Potenzial von Korallen zur Aufzeichnung der extremen Wettervariabilität in den mittleren Breitengraden zu bewerten und zu verstehen, wie sich Veränderungen der Extreme in den mittleren Breitengraden im künftigen Klima auf die Wachstumsumgebung der Korallen auswirken könnten. Durch komplexe statistische Analysen wollen wir die Verbindungen zwischen Korallenparametern, d.h. Sr/Ca- und δ18O-Verhältnissen, extremen Indizes sowie Statistiken spezifischer synoptischer Zirkulationen, z.B. atmosphärischer Blockierungen, während des instrumentellen Zeitraums untersuchen. Auf der Grundlage langfristiger Korallenaufzeichnungen werden Anomaliemuster von Klimaextremindizes für die letzten Jahrhunderte rekonstruiert. Solche Rekonstruktionen werden verwendet, um die Bedeutung der Zunahme von Wetter- und Klimaextremen in gegenwärtigen und zukünftigen Klimaszenarien zu bewerten. Dieses erweiterte Wissen über paläo-extreme Wetterereignisse kann auf die Analyse des heutigen Klimas übertragen werden und könnte schließlich dazu beitragen, die mit extremen Klimaereignissen in einem wärmeren Klima verbundenen Risiken und ihre Auswirkungen auf die Umwelt des Korallenwachstums abzuschätzen.
DFG-Verfahren Schwerpunktprogramme
 
 

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