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Replizierte Korallenrekonstruktionen für den Golf von Bengalen und Wechselwirkungen zwischen tropischen Ozeanbecken mittels Korallen-Datenassimilation: Hydroklima- und Temperaturvariabilität über die letzten Jahrhunderte (HYDRA)
Antragstellerin
Dr. Jessica Hargreaves
Fachliche Zuordnung
Geologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569233902
Die unverminderte Erwärmung von Atmosphäre und Ozean stellt die größte Bedrohung für Korallenriffe dar. Die Temperaturveränderungen beeinflussen die Variabilität großräumiger Klimaphänomene und Klimaextreme, was Auswirkungen auf Millionen von Menschen in den Tropen hat. Im Indopazifischen Raum umfassen diese Klimaphänomene die El-Niño-Southern Oscillation, den Indian Ocean Dipole (IOD) und das Monsunsystem. Großräumige ozeanisch-atmosphärische Wechselwirkungen variieren auf Zeitskalen von Dekaden bis Jahrhunderten. Die vorhandenen instrumentellen Klimaaufzeichnungen sind daher zu kurz, um die gesamte natürliche Schwankungsbreite zu bestimmen. Dies beeinträchtigt wiederum, wie diese in Klimamodellen abgebildet wird. Ein besseres Verständnis der vergangenen Variabilität der Meeresoberflächentemperatur (SST), sowie ihr Zusammenhang mit dem Hydroklima und der langfristigen Variabilität der ozeanisch-atmosphärischen Klimaphänomene ist daher von entscheidender Bedeutung und ist Gegenstand dieses Forschungsantrags für die zweite Phase des Schwerpunktprogramms unter dem Namen HYDRA. Das erste Ziel von HYDRA ist, eine wichtige Lücke in der räumlichen Abdeckung von Korallen-Proxydaten zu schließen, insbesondere im Golf von Bengalen, wo Aufzeichnungen der Meeresoberflächentemperatur und -salinität vor der Satellitenära lückenhaft sind. Die besonderen Eigenschaften dieses Gebiets – hohe Meeresoberflächentemperatur, niedrige Salinität und starke Stratifizierung – führen zur Bildung eines atmosphärischen Tiefdrucksystems, das die großräumige, mit dem Monsunsystem verknüpfte Konvektion fördert. Die Variabilität des Monsunsystems wurde mit Veränderungen im gesamten Indischen Ozean in Verbindung gebracht, wie der Größe und Intensität des Maskarenen-Hochs, dem IOD und dem Indian Ocean Basin Mode. Die neuen hochaufgelösten und replizierten Korallenrekonstruktionen stammen von einer Lokalität, die dem klimatisch dynamischen Golf von Bengalen ausgesetzt ist. Diese SST-Rekonstruktion verlängert die kurzen instrumentellen Daten in die Vergangenheit. Sie dient außerdem als modernes Analog für das mittlere Holozän, aus dem ebenfalls replizierte SST-Rekonstruktionen erstellt werden sollen. Die neue Rekonstruktion wird, zusammen mit Bestrebungen das Netzwerk von Proxyzeitreihen von SST und Meerwasser-18O zu verdichten, im Rahmen der CoralHydro2K-Daten dann zur Entwicklung einer Klimafeldrekonstruktion verwendet werden. Dadurch werden die ortsspezifischen Rekonstruktionen in eine räumlich aufgelöste und multivariate Perspektive des Klimas der letzten 200 Jahre überführt. HYDRA wird so in der Lage sein, die räumliche Variabilität von Temperatur und Hydroklima regional und zwischen Ozeanbecken aufzulösen. Das Projekt wird Antworten an die Anrainer des Indischen Ozeans die direkt von ansteigenden SST und hydroklimatischen Extremen betroffen sind liefern, inwieweit sich die langfristige Klimavariabilität in einem sich erwärmenden Klima ändern wird.
DFG-Verfahren
Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug
Indien
Kooperationspartnerin
Dr. Chitra Rajendran
