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Heterotrophie und Resilienz von Korallen während mariner Hitzewellen – von den Reaktionen der Organismen bis zu ihrer skelettalen Signatur (HeROeS)

Antragstellerin Dr. Marlene Wall
Fachliche Zuordnung Physik, Chemie und Biologie des Meeres
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569255476
 
Korallenriffe gehören zu den artenreichsten aber auch gefährdetsten Ökosystem unseres Planeten, das in alarmierendem Tempo verschwindet. Dies hat zur Suche nach Orten geführt, die Schutz vor bestimmten Faktoren des globalen Wandels bieten können, sogenannte Klimarefugien, wie die hier untersuchten Auftriebsgebiete. Es ist bekannt, dass der Auftrieb von tiefem, kaltem Wasser die Erwärmung während Hitzewellen abmildern und Korallen vor dem Ausbleichen schützen kann. Weniger bekannt ist, ob das nährstoff- und partikelreiche Wasser auch Energiesubventionen für Korallen bereitstellt und ihre Energiereserven erhöhen. Obwohl diese Energiesubventionen ein saisonal wiederkehrendes ozeanografisches Merkmal darstellen, können sie bei Hitzestress eine wichtigere Rolle spielen. In der ersten Phase konzentrierte sich das Projekt auf die Reduzierung von Hitzestress. Es wurde eindeutig nachgewiesen, dass interne Wellen (IW) exponierte Riffe zum Erhalt der Korallenbedeckung beitragen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass IWs auch bei früheren Bleichereignissen Schutz boten. Das hier vorgeschlagene Projekt nutzt erneut die Andamanensee mit ihren IW-exponierten Riffen als natürliches Labor sowie Korallenskelette aus einer früheren umfangreichen Studie über die physiologische Reaktion von Korallen während der schweren Hitzewelle von 2010. Dieses Projekt wird sich jedoch auf den bisher vernachlässigten Aspekt der verbesserten Ernährung durch IWs und ihren Beitrag zur Widerstandsfähigkeit der Korallen konzentrieren. Das Ziel des Projekts besteht darin, festzustellen, ob die heterotrophe Energiegewinnung während Hitzestressereignissen zur Widerstandsfähigkeit von Korallen beitragen kann und sich in den geologischen Aufzeichnungen von Korallen durch deutliche Spitzen im δ13C-Signal des Skeletts manifestiert. Solche Spitzen wurden in einer parallelen Studie (IndOC-E) in denselben Regionen in einer 25-jährigen Korallenaufzeichnung von einem IW-exponiertem Riff gefunden. Daher wurde die Hypothese aufgestellt, dass dies die Nutzung von Energiesubventionen durch Korallen während Hitzewellen widerspiegelt. Basierend auf einem multifaktoriellen Versuchsdesign zielt das Projekt darauf ab, das δ13C-Signal zu verifizieren und den relativen Beitrag der reduzierten Energie aus dem Verlust von Symbionten und des Energiegewinns aus der erhöhten Nahrungsaufnahme zu diesem Signal zu entschlüsseln. Insbesondere soll festgestellt werden, ob eine erhöhte heterotrophe Energieaufnahmekapazität mit der Herkunft der Korallen und Standorten mit bekannten Energiesubventionen durch IWs zusammenhängt. Um dieses Ziel zu erreichen, werden vergangene Bleichszenarien experimentell simuliert und anhand von Proben untersucht, die während des Bleichereignisses 2010 gesammelt wurden. Zusammen werden diese Untersuchungen Erkenntnisse darüber liefern, wie sich Bleichen und Nahrungsangebot im δ13C-Signal des Korallenskeletts manifestieren
DFG-Verfahren Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug Thailand
Kooperationspartnerin Dr. Lalita Putchim
 
 

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