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Großrutschungen, Klimatrends und Anomalien

Fachliche Zuordnung Physische Geographie
Geologie
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569713268
 
Dieser Projektantrag möchte testen, ob und wie gut wir abrupte Großhangrutschungen in ausgewählten Bergregionen auf kontemporäre Klimatrends oder -anomalien zurückführen können. Das Projekt hat drei Ziele, die aktuelle Forschungslücken im Kontext von Großhangrutschungen und Klimawandel adressieren. Es gilt (1) zu prüfen, ob sich die Magnitude und Frequenz dokumentierter Großhangrutschungen in ausgewählten Bergregionen seit 1900 verändert hat; (2) abzuschätzen, in welchem Maße eine Zunahme der dokumentierten Ereignisse Trends in der regionalen Bevölkerung bzw. der Dokumentation widerspiegelt; und (3) zu untersuchen, wie zuverlässig das Auftreten dieser dokumentierten Ereignisse lokalen Klimaanomalien oder -trends zugewiesen werden kann. Wir benutzen Bayesische Extremwert-, Zählprozess- und Klassifizierungsmodelle, um aus einem neuen Katalog von ca. 9000 abrupten Großhangrutschungen statistisch relevante Veränderungen in Größe und Häufigkeit seit 1900 zu ermitteln. Zudem nutzen wir Reanalyse-Klimadaten, um die vorangegangenen lokalen Temperatur- und Niederschlagstrends an den jeweiligen Standorten zu ermitteln und mit benachbarten, von Hanginstabilität allerdings nicht betroffenen, zu vergleichen. Zu den anvisierten Ergebnissen dieses Vorhabens gehören erste objektive und datenbasierte Trends zu Raten und Größenverteilung von Großhangrutschungen, die sich seit 1900 ereignet haben. Unsere Modelle schätzen überdies regionale Unterschiede und den damit verbundenen Einfluss von Topographie, klimatischen Bedingungen, aber auch den Einfluss einer möglichen Verzerrung der Berichterstattung, z.B. durch Bevölkerungsdynamik bzw. Berichterstattung. Erstmals sollen auch durchschnittliche Wiederkehrperioden von abrupten Großhangrutschungen für ausgewählte Gebirgsregionen ermittelt werden, zusammen mit wahrscheinlichkeitsbasierten Schätzungen, wie zuverlässig diese Erdrutsche auf Klimatrends oder -anomalien zurückgeführt und von Hanginstabilitäten mit bekannten geophysikalischen Auslösern unterschieden werden können.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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