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Ressourcen der Zukunft. Energiequellen und Wissenschaftseliten in spät- und postsowjetischer Science-Fiction und populärwissenschaftlicher Publizistik
Antragsteller
Dr. Matthias Schwartz
Fachliche Zuordnung
Europäische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 543294515
Das literatur- und kulturwissenschaftliche Projekt untersucht anhand von Science-Fiction-Texten und populärwissenschaftlicher Publizistik, wie in der späten Sowjetunion seit Mitte der 1960er Jahre und in den ersten beiden postsowjetischen Jahrzehnten die zukünftige Erschließung vorhandener, aber auch bislang ungekannter Energieressourcen als Lösung gesellschaftspolitischer, ökologischer und sozialer Probleme narrativiert wird und welche Rolle hierbei der wissenschaftlich-technischen Intelligenz, insbesondere aus dem Energiesektor, zugeschrieben wird. Um diese Zusammenhänge zu rekonstruieren, zielt das Projekt auf die Beantwortung von drei Leitfragen: 1. Welche Nah- und Fernziele hinsichtlich der Erkundung, Erschließung und Nutzbarmachung von Energieressourcen werden in der populärwissenschaftlichen Publizistik formuliert? 2. Welche größeren imaginären Erwartungshorizonte entwirft zeitgleich die Science-Fiction, sowohl was utopische Gesellschaftsentwürfe als auch was bedrohliche bis desaströse Entwicklungen der Ressourcenausbeutung anbelangt, und welche Rolle misst sie den Wissenschaftseliten bei der Initiierung bzw. Bewältigung dieser Szenarien zu? 3. Wie verhalten sich die populärwissenschaftlichen und fantastischen Szenarien zueinander und wie veränderten sie sich im Laufe der Zeit, welche Konvergenzen und Divergenzen, Brüche und Kontinuitäten lassen sich feststellen und wie verhalten diese sich zu realgeschichtlichen Entwicklungen jener Jahre? Durch eine solche Zielstellung soll das Projekt einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der ideologischen und imaginären Erwartungen leisten, die von den Beteiligten an die Energienutzung und große energiepolitische Infrastrukturprojekte geknüpft wurden. Zugleich zielt es darauf aufzuzeigen, wie dieser Fortschrittsglaube noch über den Zusammenbruch der Sowjetunion hinaus entsprechende Diskurse und die Debatten um den Umgang mit den eng verflochtenen Energienetzen prägte.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
